Reproduktionsmedizin: Die Designer-Babys kommen

Mit einem Gentest der Firma Genomic Prediction können zukünftige Eltern ihre Embryonen nach Krankheitsrisiken, Intelligenz und Körpergröße auswählen.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 14 Beiträge

(Bild: Illustration: Tim Lahan)

Von

Inhaltsverzeichnis

Beim jährlichen Treffen der Reproduktionsmediziner in Philadelphia prangte 2019 ein Werbebanner für den Gentest "LifeView" in der Ausstellerhalle: "Sie hat die Ohren und das Lächeln deines Partners. Aber nicht sein Risiko für Diabetes".

Das Versprechen des Start-ups Genomic Prediction: Mit diesem Test kann bei künstlichen Befruchtungen (In-vitro-Fertilisation, kurz IVF) die DNA der erzeugten Embryonen geprüft werden. Die Eltern sollen so erfahren können, ob die Kinder, die aus den Zellkugeln entstehen würden, an einer von elf häufigen Krankheiten leiden könnten. Sie sollen dann die besten für die Implantation auswählen. Diese Form der Präimplantationsdiagnostik hat dem Unternehmen diverse Millionen Dollar an Wagniskapital eingebracht.

Genomic Prediction zufolge planen zwölf Fertilitätskliniken, den Test zu nutzen. Darunter sind fünf in den USA und weitere in Nigeria, Peru, Thailand und Taiwan. Geschäftsführer Laurent Tellier zufolge wurden die ersten Embryonen bereits auf diese Weise ausgewählt, mit mindestens einer Schwangerschaft als Ergebnis. 2020 könnten also die ersten Wunschkinder das Licht der Welt er-blicken – inklusive Diskussion über die ethische Vertretbarkeit solcher Tests.

Immer mehr Wissen. Das digitale Abo für IT und Technik.

  • Zugriff auf alle Inhalte von heise+
  • exklusive Tests, Ratgeber & Hintergründe: unabhängig, kritisch fundiert
  • c't, iX, Technology Review, Mac & i, Make, c't Fotografie direkt im Browser lesen
  • einmal anmelden – auf allen Geräten lesen - monatlich kündbar
  • erster Monat gratis, danach monatlich 9,95 €
  • Wöchentlicher Newsletter mit persönlichen Leseempfehlungen des Chefredakteurs
GRATIS-Monat beginnen Jetzt GRATIS-Monat beginnen Mehr Informationen zu heise+