Retro-iPad: Die Geschichte von Apples Newton MessagePad

Zu früh, zu ambitioniert: Mehr als zehn Jahre vor der Vorstellung des iPad brachte Apple bereits ein Tablet heraus. Das Newton MessagePad blieb erfolglos.

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Ausriss aus einer Reklame für das MessagePad 2000.

(Bild: Apple)

Von
  • Volker Weber
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Ein Computer als persönlicher Assistent, der nicht nur Schreibschrift, sondern auch die Intentionen des Benutzers verstehen sollte, das war die Vision, die Apple Newton nannte. Nicht etwa der Newton, sondern einfach nur Newton, als Gattungsbegriff. Leider konnte die Leistungsfähigkeit der damaligen Hardware und Software den hohen Ansprüchen nicht gerecht werden; wirtschaftlich wurde Newton ein Flop. Als Steve Jobs zu Apple zurückkehrte, beendete er diesen Ausflug in die Zukunft umgehend. Erst mehr als zehn Jahre später unternahm Apple mit dem iPad einen zweiten Anlauf mit bekanntermaßen durchschlagendem Erfolg.

Newton sollte nach dem Willen von CEO John Sculley das nächste große Ding für Apple werden. Bereits 1986 ließ er mit einem großen Produktionsbudget zwei visionäre Videos für einen Knowledge Navigator produzieren, ein Gerät so groß wie ein aufgeschlagenes Magazin. Mittels künstlicher Intelligenz sollte Knowledge Navigator den Informationsbedarf des Nutzers ermitteln und proaktiv tätig werden.

Mit der zur Verfügung stehenden Technik war diese Vision nicht zu realisieren. Apple entwarf drei verschiedene Konzeptarchitekturen, von denen schließlich nur die einfachste zu einem Produkt entwickelt wurde. Da die zunächst vorgesehenen Hobbit-CPUs nicht leistungsfähig genug waren, wählte Apple die RISC-Prozessoren des britischen Unternehmens Acorn. Im September 1990 erwarb Apple 43 Prozent Firmenanteile und Acorn RISC Machines wurde in Advanced RISC Machines umbenannt. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht absehbar, dass ARM einmal die dominante Prozessor-Architektur für mobile Geräte werden sollte.

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