Retrospiele: Entwickler setzen auf Retro-Ästhetik

Pixelgrafik und Chiptune-Musik sind zurück: Computerspiele erleben einen anhaltenden Retro-Trend. Ein Rundgang durch die Welt der neuen alten Spiele und Geräte.

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, Thorsten Hübner

(Bild: Thorsten Hübner)

Von
  • Sonja Wild
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Jenseits des Massenmarktes rollt eine moderne Retro-Welle durch die Spieleszene. Hinter diesem Trend verbirgt sich mehr als nur Nostalgie: Aus der Ästhetik von gestern entsteht etwas völlig Neues. Der aktuelle Retro-Minimalismus ist Designentscheidung, Verneigung vor der Vergangenheit und Gegenbewegung zu den Materialschlachten im Gaming-Mainstream zugleich. Indie-Entwickler setzen für ihre Spiele auf Pixelgrafik und Chiptune-Musik, arbeiten an minimalistischen Spielentwicklungstools und bringen Retro-inspirierte Konsolen auf den Markt – mit Monochrom-Display statt 4K.

Spielekonsolen: Playstation, Xbox und mehr

Eigentlich galten Spiele in Pixelgrafik der 90er-Jahre als erledigt. Die 3D-Grafik hatte Einzug gehalten und das Ziel lautete von da an Fotorealismus. Doch bereits wenige Jahre nach der Jahrtausendwende kehrte die totgeglaubte Technik still und leise zurück: Das Erscheinen des Action-Adventures Cave Story von Daisuke Amaya 2004 gilt heute als Geburtsstunde der modernen Pixelgrafikspiele. Seither sind unzählige Spiele im Retro-Look erschienen, einige davon mit beachtlich kommerziellem Erfolg.

Zu den prominentesten Beispielen zählen das Open-World-Spiel Terraria, das Rollenspiel Undertale und das Jump-&-Run Celeste, sie erschienen zwischen 2011 und 2018. Celeste verkaufte sich im Erscheinungsjahr 500.000 Mal und knackte weniger als zwei Jahre später die Millionengrenze, Undertale brauchte für die erste Million nur wenige Monate. Das zehn Jahre alte Terraria wurde bis zum Jahr 2022 sogar mehr als 35 Millionen Mal verkauft. Viele weitere Spiele mit Pixelgrafik schafften es in den vergangenen zehn Jahren in die Jahresbestenlisten der Spielemagazine, wurden massenhaft gestreamt und verkauften sich teilweise ebenfalls sehr gut.