Retten mit Roboter-Kakerlaken

Die meisten Leute finden Kakerlaken eklig, doch sie sind robust und kommen auch durch enge Lücken. Zwei Forscher haben sich davon zu einem Rettungsgerät mit komprimierbarem Exoskelett inspirieren lassen.

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Die meisten Leute finden Kakerlaken eklig, doch sie sind robust und kommen auch durch enge Lücken. Zwei Forscher haben sich davon zu einem Rettungsgerät mit komprimierbarem Exoskelett inspirieren lassen.

Wer unter einem Haufen Schutt begraben ist, möchte vielleicht nicht unbedingt auch noch sehen müssen, wie eine große Roboter-Kakerlake auf ihn zukommt. Zwei Forscher an der Unversity of California in Berkeley allerdings sind der Meinung, dass ein solches Gerät genau das Richtige sein könnte, um nach Unfällen oder Katastrophen Überlebende zu retten.

Bei ihrem Projekt haben sich der Berkeley-Professor Robert Full und sein Doktorand Kaushik Jayaram von Kakerlaken inspirieren lassen, weil sie bemerkenswert robust und flexibel sind. Sie entwickelten eine Roboter-Version der Schaben mit einem Exoskelett, das sich auf die Hälfte seiner normalen Höhe stauchen lässt, um bei beengten Platzverhältnissen durchzukommen.

In einem Anfang Februar veröffentlichten Fachaufsatz in den Proceedings of the National Academy of Sciences erklären Full und Jayaram, wie sich eine Kakerlake durch enge Räume quetschen und trotzdem weiterkommen kann. In einer Reihe von Experimenten stauchten sie echte Kakerlaken und beobachteten, welche Kräfte auf sie einwirkten.

Dann bauten die beiden aus mehreren Exoskelett-artigen Platten ihr Gerät, das sie als komprimierbaren Roboter mit Gelenkmechanismen bezeichnen (Compressible Robot with Articulated Mechanisms – CRAM). Flexibilität und Stärke sollen ihn ideal geeignet für das Erkunden eingestürzter Gebäude machen.

Das interessante Experiment zeigt zugleich wichtige und neue Trends in der Robotik. Viele Forscher und erste Unternehmen zeigen sich interessiert an weichen oder verformbaren Roboter-Designs, weil sie unterschiedliche physische Vorteile versprechen.

Unternehmen wie Soft Robotics und Empire Robotics verkaufen bereits weiche Greifarme, die es leichter machen sollen, dass Roboter Objekte ohne extreme Präzision handhaben. Exoskelette wiederum sind eine Alternative, mit denen Roboter ihre Form verändern können, ohne an Stärke zu verlieren.

Wenn Sie das nächste Mal eine Kakerlake platt treten wollen, sollten Sie also vielleicht kurz darüber nachdenken, welche nützlichen Anwendungen der besondere Aufbau dieser Tiere ermöglichen könnte.

(sma)