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Rückschau 2019: Boom der Fleischersatz-Produkte

Saftige Burger ganz ohne echtes Fleisch haben deutsche Konsumenten 2019 geradezu in Wallung gebracht. Mit Produkten wie diesen entsteht ein neuer Markt.

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Ein fleischloser Burger mit dem Firmenlogo von Beyond Meat.

(Bild: Beyond Meat)

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Für viele Lidl-Kunden begann der 29. Mai 2019 mit einer herben Enttäuschung. Schon kurz nach der Öffnung waren in vielen Filialen keine der begehrten Beyond Burger des US-Herstellers Beyond Meat mehr zu bekommen. Der Discounter hatte den Verkauf der Burger aus Pflanzenproteinen, die wie echte Fleischbratlinge aussehen und schmecken sollen, zuvor intensiv beworben. Weil dann aber viele Filialen nur eine Handvoll Packungen oder gar keine erhielten, musste Lidl ein Fäkalgewitter in den digitalen Medien über sich ergehen lassen.

Die Aufregung um ein paar – mit 4,99 Euro pro 227-Gramm-Packung zudem ziemlich teure – vegane Burger zeigt, dass das 2009 gegründete US-Unternehmen einen Nerv trifft. Der Konsum von echtem Fleisch gilt als ungesund und vor allem als umweltschädlich, weil für die Produktion weitaus mehr Ressourcen benötigt werden als für pflanzliche Nahrung. Also machte sich Beyond Meat an die Entwicklung einer neuen Generation von fleischlosen Fleischprodukten, die das Original bis hin zum blutigen Inneren überzeugender imitieren als einfache Soja-Steaks oder Tofu-Burger, wie es sie schon lange gibt. Spätestens 2019 ist auch der gesamte Rest der Lebensmittelbranche darauf eingestiegen.

"Viele andere Unternehmen beschäftigen sich ebenfalls mit dem Thema", sagt Andreas Daxenberger, Lebensmittelexperte beim TÜV Süd. Als Treiber des Trends sieht er gesundheits- und umweltbewusste Kunden, die weniger Fleisch essen, aber trotzdem nicht auf den gewohnten Genuss verzichten wollen – ziemlich normale Verbraucher also. Und weil es von diesen Gemischtkostlern weitaus mehr gibt als reine Vegetarier, lockt ein potenziell riesengroßer Markt." Bis klar wurde, dass schlagkräftige Konkurrenz vor der Tür steht, kannte der Aktienkurs von Beyond Meat denn auch nur eine Richtung: immer weiter nach oben.

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