Sichere und geheime Wahlen übers Internet dank Kryptografie und Mathematik

Wählen übers Internet könnte die Demokratie schneller und bequemer machen. Mathematische Tricks helfen, Manipulationssicherheit und Wahlgeheimnis zu bewahren.

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Von
  • Karola Marky
  • Roberts Kolosovs
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Ganze 28,6 Prozent haben ihre Stimme bei der Bundestagswahl 2017 per Brief abgegeben, so viele wie nie. Dafür beantragt man Papier, kreuzt an, kuvertiert zweimal und wirft das Ganze in einen Kasten – ein ziemlich antiquiertes Verfahren in Zeiten des Internet. E-Voting verspricht die Stimmabgabe noch einfacher und schneller zu machen. Ähnlich wie die Briefwahl könnte die Internetwahl eine zusätzliche Option zur Stimmabgabe neben dem Wahllokal sein.

Andere Länder bieten bereits Wahlen wie die zum Bundestag über das Internet an. In manchen Kantonen der Schweiz beispielsweise konnten die Bürger bis Juli 2019 über das Internet abstimmen. Seither gilt es bis Ende 2020 eine Neuausrichtung des Versuchsbetriebs zu konzipieren. Als einziges Land bietet Estland in allen Regionen die Möglichkeit, in sämtlichen öffentlichen Wahlen über das Internet zu wählen.

Doch Wahlen haben einige Anforderungen, die man digital nicht einfach nachbilden kann. Beispielsweise soll die Wahl geheim sein, sodass niemand, auch nicht der Bundeswahlleiter weiß, wer welche Stimme abgegeben hat. Wähler und Wahlhelfer wollen mindestens so sicher wie bei der Urnenwahl sein, dass niemand die Wahlzettel manipuliert, und die Auszählung soll auch jeder überprüfen können. Mit Kryptografie und Mathematik lassen sich diese Anforderungen auch für Internetwahlen umsetzen. Wir geben ein Beispiel, wie so etwas aussehen könnte.

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