Softwarefehler lässt Mustang Mach-E trotz vollem Akku nicht fahren

Einige Ford Mach-E starten selbst mit vollem Hauptakku nicht: Die Hilfsbatterie des elektrischen SUV kann sich entladen, während es länger am Ladegerät hängt.

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Festgesetzt in der Garage: Hängt ein Mustang Mach E zu lange am Ladegerät, kann paradoxerweise die 12-Volt-Batterie zusammenbrechen.

(Bild: Dirk Kunde)

Von
  • Florian Pillau

Ein aus der Zeit der thermodynamischen Antriebe übriggebliebenes 12-Volt-Stromnetz haben die Elektroautos der Großserie noch heute. Selbst die modernsten unter ihnen besitzen zur Versorgung von Steuergeräten, Elektromotoren und Lampen noch eine Blei-Säure Batterie wie ein atavistisches Organ. Einigen Ford Mach-E wurde das nun zum Verhängnis: Die elektrischen SUVs starten auch dann nicht, wenn ihr Hauptakku (mit 99 kWh oder 76 kWh) voll ist. Darauf wies jetzt das amerikanische Technik-Magazin The Verge hin.

Wie die anderen Elektroautos lädt der Mustang Mach-E seine 12-Volt-Blei-Säure-Batterie mit Strom aus seiner Lithium-Ionen-Traktionsbatterie. Aufgrund eines Softwarefehlers scheint dies aber nicht immer wie gewünscht zu funktionieren. Das Problem besteht ironischerweise offenbar darin, dass die Bleibatterie nicht geladen wird, sobald der Mach-E am Ladegerät hängt.

Das wird insbesondere dann virulent, wenn Fahrer das Auto bei kaltem Wetter angeschlossen lassen, um es vor einer Fahrt mit Netzstrom vorheizen zu lassen. Dabei entlädt sich mit der Zeit die 12-Volt-Batterie. Da dieser kleine Akku unter anderem auch die Steuergeräte des Mustang mit Strom versorgt, kann das elektrische SUV mit leerer Batterrie nicht mehr gestartet werden.

Laut The Verge hat Ford kürzlich gegenüber der National Highway Traffic Safety Administration erklärt, dass das Problem mit der Software des Steuergeräts für den Antrieb zu tun hat. Es soll lediglich Mustang Mach-E betreffen, die am oder vor dem 3. Februar gebaut wurden. Das sind möglicherweise Dutzende der fast 7000 Mustang Mach-E, die in den ersten drei Monaten des Jahres ausgeliefert wurden. Momentan sei es nicht möglich, das Steuergerät "over-the-air" zu flashen.

Starthilfe wie bei einem herkömmlichen Auto ist möglich, aber kompliziert. Während es bei konventionellen Autos sogar eigens herausgeführte Pole gibt, wo sich einfach die Starthilfekabel anschließen lassen, ist beim Ford die Batterie hinter dem vorderen Kofferraum montiert. Der ist aber nur zu öffnen, wenn die Batterie genügend Strom bereitstellt. Da dies nicht der Fall ist, muss zunächst der Öffnungsmechanismus über einen Schaltkasten hinter der vorderen Stoßstange bestromt werden. Selbst bei geöffneter Kofferraumklappe ist die Batterie so schlecht zugänglich, dass einige Besitzer beschlossen haben sollen, die Verkleidung aufzuschneiden statt sie mühsam zu demontieren.

(fpi)