Solo-Vergnügen: BMW S 1000 R Neuvorstellung

BMW beließ es bei seinem sportlichen Naked Bike S 1000 R nicht einfach bei der Euro-5-Norm. Auch wenn man es kaum sieht, ist sie ein komplett neues Motorrad.

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BMW verspricht, dass die neue 1000er handlicher, leichter und durchzugsstärker sei als ihre Vorgängerin.

Von
  • iga
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Neben den umfassenden Änderungen an Motor und Fahrwerk fällt auf: Serienmäßig wird die S 1000 R als Einsitzer ausgeliefert. Wer jemanden mitnehmen möchte, muss beim Kauf des Naked Bikes das kostenlose Soziuspaket mit hinterer Sitzbank und Sozius-Fußrasten ordern, dafür aber auf die Abdeckung verzichten. Vielleicht ist das ein dezenter Hinweis von BMW, dass die S 1000 R Solo mehr Spaß macht.

Die neue BMW S 1000 R will zwar ihre Herkunft nicht leugnen, sich aber von ihrer Vorgängerin durch einige Design-Akzente deutlich abheben. So verschwand der Doppelscheinwerfer mit dem "bösen Blick" zugunsten eines einzelnen LED-Scheinwerfers, eingerahmt von einer kleinen Frontmaske. BMW hat das Streetfighter-Konzept "tail up – nose down" nun noch weiter getrieben. Das Heck ragt steiler nach oben als bisher und die niedrige Nase wird durch die neu geformten Seiten-Cover betont.

Die oberen Rahmenzüge zeigen einen deutlichen Knick, darüber kommt eine farbige Abdeckung. Das Heck wird von einem sichtbaren Gitterrohrrahmen getragen, was die BMW schon optisch aufwertet. Die "Eject-Klappe" – BMW nennt so die Abdeckung auf dem Heck – kann durch einen Knopfdruck abgenommen werden, um den Soziussitz zu befestigen. Insgesamt wirkt das Design neue S 1000 R noch kompakter und dynamischer.

Für 2021 musste BMW die S 1000 R auf die vorgeschriebene Euro-5-Norm bringen. Es war klar, dass BMW den neuen Reihenvierzylinder aus dem Superbike S 1000 RR (Test) mit reduzierter Leistung in das Naked Bike verpflanzen würde. Die Frage war: Würde der Motor auch die Shift-Cam-Technologie übernehmen? In München entschied man sich dagegen und beließ es bei 165 PS bei 11.000/min, was exakt der Maximalleistung des Vorgängermodells entspricht.

BMW R 1000 R Teil 1 (8 Bilder)

Auch wenn die S 1000 R ihrer Vorgängerin sehr ähnlich sieht, ist sie von BMW komplett neu entwickelt worden. Geblieben ist ihre Dynamik als potenter Landstraßenbrenner.

Für ein Naked Bike ist das auch völlig ausreichend – auf der alten S 1000 R hat sich noch niemand über Leistungsmangel beklagt. Der neu entwickelte 999-Kubikzentimeter-Vierzylinder bleibt zwar bei maximal 114 Nm bei 9250/min, aber über das gesamte Drehzahlband soll er jetzt mehr Drehmoment produzieren. Dafür erhielt der Motor geänderte Nockenprofile, eine auf 12,5:1 angehobene Verdichtung und ein angepasstes Ansaugsystem.

Die Gänge vier bis sechs sind nun länger übersetzt, was das Drehzahlniveau um bis zu acht Prozent reduziert. Außerdem sinkt so die Geräuschentwicklung und beim Verbrauch konnten acht Prozent gespart werden. BMW gibt an, dass die S 1000 R sich von 0 auf 200 km/h in nur acht Sekunden katapultiert und damit ihre Vorgängerin um fünf Prozent, also vier Zehntelsekunden, distanziert. Über mangelnde Fahrdynamik muss man sich also keine Sorgen machen. Um dem Fahrer das Leben einfacherer zu machen, hat BMW dem Naked Bike eine noch leichtgängigere – die Bedienkräfte sanken um rund ein Viertel – und selbstverstärkende Anti-Hopping-Kupplung spendiert und der Lenker kann um fünf Grad mehr auf jetzt 33 Grad nach rechts und links eingeschlagen werden, was das Rangieren erheblich erleichtert.

Die BMW-Entwicklungsabteilung verkündet stolz, das Leergewicht der neu entwickelten S 1000 R um 5,1 Kilogramm auf 199 Kilogramm gesenkt zu haben, unter anderem trugen das neue Motorgehäuse und leichtere Pleuel dazu bei. Die Schlepphebel im Zylinderkopf sind um 25 Prozent leichter als beim Vorgängermodell und die Schäfte der Stahl-Einlassventile sind hohlgebohrt. Öl- und Wasserpumpe wurden in einem Modul zusammengelegt, auf ein Zwischenrad verzichtet, der Antrieb der Nockenwelle erfolgt direkt von der Kurbelwelle aus und schließlich wiegt die neue Abgasanlage 1,2 Kilogramm weniger als die der Vorgängerin. Auch die Abmessungen des Reihenvierzylinders sind nun kompakter, so schrumpfte er in der Breite um zwölf Millimeter.