Sportsfreunde

Der Winterspeck muss weg. Diäten und Fitnessstudios sind wieder gefragt. Auch diverse Apps bieten Hilfe an, wenn es darum geht, den Körper in Bestform zu bringen.

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Von
  • Diane Sieger
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Wie üblich hat sich sicherlich so mancher vorgenommen, im neuen Jahr mehr Sport zu treiben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bewegung tut der Seele gut, ein fitter Körper ist weniger krankheitsanfällig, und letztendlich hilft ein aktiver Lebensstil, gut auszusehen. Doch wie es häufig mit solchem Neujahrsvorsatz ist – ohne einen guten Motivator fällt es schwer, sich von der Couch zu erheben und die Joggingschuhe anzuziehen. An diesem Punkt helfen zahlreiche Fitness-Apps, die für Smartphone und Co. zur Verfügung stehen.

Eine der sicherlich bekanntesten Anwendungen ist RunKeeper, der ideale Begleiter für all diejenigen, die sich gerne draußen bewegen. Ganz egal, ob die Lieblingssportart Laufen, Radfahren oder Skifahren heißt, mit dem Mobiltelefon in der Hosentasche und der Lieblingsmusik im Kopfhörer lassen sich Geschwindigkeiten, Distanzen und Trainingszeiten aufzeichnen. Zusätzlich motiviert die App durch Audiohinweise während des Trainings und spornt durch die Ansage persönlicher Bestzeiten an. Wer mag, kann seine Routen nach Beenden der Trainingseinheit via Facebook oder Twitter mit Freunden teilen. Sollen Freunde und Familie Touren live mitverfolgen, hilft ein Abonnement des RunKeeper Elite, das für 4,49 Euro pro Monat und zum Preis von 17,99 Euro für das Jahresabo als In-App-Kauf zur Verfügung steht. Die Anwendung selbst ist kostenlos via iTunes oder Google Play erhältlich.

Falls Laufen nicht ausreicht, sondern eher ein Rundum-Trainingspaket gewünscht wird, lohnt sich ein Blick auf JEFIT. Mit der Anwendung kann der ambitionierte Sportler Routinen für das Fitnessstudio anlegen und abarbeiten oder sich einzelne Übungen für gewünschte Muskelgruppen anzeigen lassen. Erhältlich ist die Anwendung für iOS-Geräte entweder als kostenlose App oder als kostenpflichtige Version JEFIT Pro zum Preis von 4,49 Euro. Die Pro-Version bietet den Vorteil, dass der Anwender zu jeder Übung Notizen hinzufügen kann. Außerdem kann er für jede Übung persönliche Ziele festlegen und Erfolge anhand übersichtlicher Diagramme visualisieren.

Krankenkassen bieten ebenfalls Fitness-Apps an, denn es ist auch in ihrem Interesse, fitte und gesunde Mitglieder zu haben. Eine gelungene Anwendung ist der AOK Fitmanager. Mithilfe der übersichtlich gestalteten Applikation lassen sich die Entwicklung von Körpergewicht, Muskelanteil, BMI und WHR (Waist-Hip Ratio, das Verhältnis von Bauch- zu Hüftumfang) verfolgen. Wer über eine Withings Waage (withings.com) verfügt, kann seine Gewichtsdaten automatisch in den Fitmanager einlesen lassen; Pulsaufzeichnungsgeräte unterstützt die App ebenfalls. Ähnlich wie bei Runkeeper können per GPS Lauf- und Walking-Daten verfolgt werden. Offline durchgeführte Trainingseinheiten kann der Nutzer manuell in ein Tagebuch eintragen. Die Integration mit Facebook steht ebenfalls zur Verfügung. Die kostenlose App basiert auf der kostenpflichtigen Anwendung iBody (8,99 Euro), die im Vergleich mit dem AOK Fitmanager über zusätzliche Funktionen wie Kartendarstellung und Musik beim Tracken von Aktivitäten verfügt.

Manchmal reicht die Zeit nicht für eine ausgiebige Trainingseinheit, oder man braucht ganz einfach ein bisschen Bewegung, um die Muskeln während des Bürojobs nicht einrosten zu lassen. Für diesen Fall ist „Office Fitness“ für iPhone- und iPad-Nutzer die ideale Anwendung. Ob als festgelegtes, regelmäßiges Trainingsintervall oder als spontane Kurzübung, die App bietet Anleitungen für körperliche Betätigungen, die sich problemlos am Arbeitsplatz durchführen lassen. Die Bewegungseinheiten dauern jeweils ungefähr zwei Minuten und sind einfach in den Arbeitsalltag zu integrieren. Die Erinnerungsfunktion sorgt dafür, dass man Aktivitäten nicht vergisst. Zu jeder Übung gibt es ein Foto und eine Anleitung. Die Anwendung ist nicht dazu gedacht, sportliche Tätigkeiten vollständig zu ersetzen, sondern soll vielmehr ein gutes Körper- und Lebensgefühl vermitteln. Die Übungen unterstützen den Stressabbau und zielen darauf ab, Verspannungen abzubauen, die durch langes Sitzen entstehen können.

Für diejenigen, die gemeinsam mit Freunden fit werden möchten, gibt es das soziale Netzwerk Fitocracy. Diese Anwendung übernimmt nicht das Tracking von Aktivitätsdaten, sondern fügt dem Training spielerische und soziale Elemente hinzu. Für jede Trainingseinheit gibt es Punkte, mit zunehmender Punktzahl steigt man in höhere Level auf. Durch das Erreichen bestimmter Ziele, beispielsweise 100 Kilometer Fahrradfahren, gibt es Auszeichnungen. Für besondere Leistungen – etwa einen 5-Kilometer-Lauf – erhält der Trainierende Extrapunkte, die ihm zu einem besseren Platz auf der Bestenliste verhelfen. Zusätzliche Motivation erhält man durch Freunde auf Facebook und Twitter, außerdem kann man themenorientierten Gruppen beitreten. Am besten lässt sich Fitocracy bei einem Workout im Fitnessstudio nutzen, denn viele Übungen, für die es Punkte gibt, beziehen sich auf Einheiten an Fitnessgeräten oder gymnastische Routinen. Keine Angst, falls die Ausdrücke „Barbell Rear Delt Row“ oder „Ninja Jump Tucks“ nicht geläufig sind: Die App erklärt alle Übungen ausführlich. Gute Englischkenntnisse sind jedoch Vorraussetzung, um die Anleitungen zu verstehen. Fitocracy gibt es im iTunes Store, die Android-Version befindet sich noch im Betastadium.

Wem das nun alles immer noch viel zu langweilig ist, dem sei an dieser Stelle „Zombies, Run!“ empfohlen. Voraussetzung sind allerdings gute Englischkenntnisse, denn der Läufer findet sich als Protagonist namens Runner 5 inmitten eines Audiohörspiels wieder. Gerannt wird nach eigenem Ermessen auf der Lieblingsstrecke, während sich die Geschichte rund um die Zombie-Apokalypse im Kopfhörer entwickelt. Während des Laufens zeichnet die App Zeit, Geschwindigkeit und Distanz auf, zusätzlich sind Spielelemente wie das Sammeln virtueller Gegenstände in die Story eingearbeitet. Zwischen den Hörspielsequenzen bindet die App Musik der individuellen Playlists ein. Dank der Zombies wird das regelmäßige Laufen zum spannenden Erlebnis. Die Anwendung wurde übrigens aus Mitteln von Kickstarter finanziert und hatte bereits eine breite Fanbasis, lange bevor sie im iTunes Store und via Google Play zum Preis von 3,59 Euro (respektive 3,49 Euro) erhältlich war.

Die Zombies-Geschichte steht übrigens auch als 5k-Trainingsanwendung zur Verfügung, um Anfängern zu helfen, fit für einen 5-Kilometer-Lauf zu werden. Das Training ist hierbei strukturierter als beim allgemeinen „Zombies, Run!“, macht jedoch nicht weniger Spaß. Zum Preis von 1,79 Euro ebenfalls erhältlich via iTunes und für 89 Cents bei Google Play. Als Bonus zu beiden „Zombies, Run!“-Apps kann man sich als Nutzer auch über die Zombies-Run-Webseite einloggen, und dort Fortschritte im Training und im Spiel mitverfolgen.

Für die Überwachung der Pulsfrequenz während des Trainings bieten manche Anwendungen die Integration eine Pulsmessgerätes oder -gurts an. Um jedoch von zusätzlichem Equipment unabhängig zu sein, lohnt sich die Investition in Cardiograph. Durch Auflegen des Zeigefingers auf die Kameralinse des Mobiltelefons oder Tablets misst die Anwendung die aktuelle Herzfrequenz. Die Ergebnisse werden gespeichert und lassen sich später erneut abrufen. Jeder Messung lassen sich Notizen hinzufügen, zum Beispiel ob es sich um einen Ruhepuls gehandelt hat oder ob der Messung sportliche Betätigung voraus gegangen ist. Ergebnisse kann man per E-Mail versenden oder ausdrucken.

Natürlich handelt es sich bei der Anwendung nicht um ein medizinisches Gerät im eigentlichen Sinne und nicht immer funktioniert sie einwandfrei. Wenn sie es tut, sind die Ergebnisse jedoch erstaunlich präzise und erlauben eine relativ genaue Messung der Herzfrequenz. Die App gibt es zum Preis von Euro 1,79 für iOS- und kostenlos für Android-Geräte. Zusätzlich bietet der Mac App Store zum Preis von 1,79 Euro eine Version für MacBook und iMac an (ab OS X 10.7). [Zum Druckzeitpunkt der iX war der URL erreichbar, zum Zeitpunkt der Onlinestellung dieses Artikels kam allerdings die Auskunft, dass der "angeforderte Artikel zur Zeit nicht im deutschen Store erhältlich" sei.] Für Zweifler lohnt sich das Anschauen des Werbevideos für die Anwendung, um eine Idee vom Konzept zu bekommen. Für alle Apps gilt natürlich: Bei Fragen oder Beschwerden bitte zunächst einen Arzt konsultieren, statt den Programmen grenzenlos zu vertrauen. (ka)