Stadt Potsdam ist schon wieder offline

Beim Neustart des Netzes zeigte sich, dass das Netzwerk der Stadtverwaltung Potsdam wohl noch immer verseucht ist. Erneut sind die Stecker gezogen.

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Frauenhand zeigt auf "No Internet"-Symbol

Was lange währt, wehrt vielleicht nicht lange.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Die Stadtverwaltung Potsdam ist schon wieder offline. Erst zu Wochenbeginn hatte Potsdam damit begonnen, wieder online zu gehen, nachdem die Systeme seit drei Wochen aus Sicherheitsgründen abgeschaltet waren. Bloß E-Mail hatte Potsdam seit einer Woche wieder. Lange durchgehalten haben die IT-Systeme nicht: Die Stadt hat ihre Systeme wieder vom Landesverwaltungsnetz Brandenburg trennen müssen, und auch E-Mail ist wieder deaktiviert.

Grund: Am Dienstag hat ein neuer Virenscanner "eine hohe Anzahl automatisierter Kommunikationsversuche aus dem internen Netz der Landeshauptstadt Potsdam an externe Server" gefunden. Die Verantwortlichen haben erneut das Landeskriminalamt Brandenburg informiert und eine neue Analyse begonnen. "Bislang gibt es weder Hinweise auf einen Datenabfluss von Servern der Landeshauptstadt noch auf Verschlüsselungen von Daten durch Schadsoftware", versucht die Stadt in ihrer Pressemitteilung Numero 31 zu kalmieren. Wann die Hauptstadt Brandenburgs einen neuen Anlauf wagen kann, ist offen.

Mit Ausnahme der kurzen Unterbrechung diese Woche ist Potsdams Verwaltung schon seit 29. Dezember offline. Für Bürger und Unternehmen ist das eine Mühsal. Rund 150 Verwaltungsverfahren liegen brach, von der Ausstellung von Reisepässen über An-, Um- und Abmeldungen von Fahrzeugen bis zu Anträgen auf Wohngeld. Seit Jahreswechsel haben mehr Menschen mit geringem Einkommen Anspruch auf Wohngeld, Potsdamer können es aber nicht beantragen. Auto(ver)käufer können keine Potsdamer Zulassungen erwirken etc.

Bereits vor rund drei Jahren sah sich Potsdams Stadtverwaltung gezwungen, nach einem Cyberangriff ihre Server vom Netz zu nehmen. Damals waren die Übeltäter über eine Schwachstelle des von Behörden verwendeten Netzwerkdienstleisters Citrix in die städtischen IT-Systeme eingedrungen. Laut Tagesspiegel dauerte es damals länger als ein Jahr, bis tatsächlich alle digitalen Angebote der Stadtverwaltung wieder verfügbar waren. Daten von Bürgern sollen damals nicht in falsche Hände gelangt sein. Potsdam versprach zu der Zeit, mehr IT-Personal anzustellen.

(ds)