Standardstreits: Das Chaos mit System

Von der VHS-Kassette bis zu Apples Ladekabel: Konflikte zu Standards mögen für Konsumenten nervig sein – aber sie sind Bedingung für Innovation und Profit.

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(Bild: Shutterstock)

Von
  • Eva Wolfangel
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Schon mal Filme auf einer Flexplay-DVD geguckt? Oder Musik gehört auf einem Drahtton-Gerät? Wahrscheinlich nicht, denn beide Erfindungen blieben Episoden einer endlosen Folge kurioser Speichermedien. Heute scheint es uns befremdlich, dass man Mitte der Neunziger Leih-DVDs für eine schlaue Idee hielt, die sich nach 48 Stunden selbst zerstörten, damit man sie nicht mehr zurückgeben musste. Oder dass man Ende des 19. Jahrhunderts Töne auf einem Draht statt auf einem Band oder einer Scheibe aufzeichnen wollte. Und als das Allerbefremdlichste erscheint uns, dass Unternehmen trotz solcher Flops immer wieder versuchen, eigene Standards durchzusetzen.

Was sich durchgesetzt hat, wirkt im Rückblick hingegen als logische Folge technischer Überlegenheit. Aber so einfach ist es nicht. Letztlich laufen diese Standard-streits stets nach demselben Muster ab: Mehrere Unternehmen wollen gleichzeitig ein Problem lösen, und alle wissen: Am Ende setzt sich nur einer durch. Und alle wollen dieser eine sein.

Es folgt eine für alle Seiten anstrengende Zeit des Konkurrierens. Aber es ist eine wichtige Zeit, die inhärent zu Innovationen gehört – auch wenn sich nicht immer die beste Lösung durchsetzt. Und es ist eine Zeit, in der wir Nutzer mitentscheiden können, was wir wollen.

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