Statistik der Woche: Kinderwunsch und Wirklichkeit

Immer mehr Menschen haben in Deutschland Schwierigkeiten, biologisch Nachwuchs zu bekommen. Der Trend beschleunigt sich, wie unsere Infografik zeigt.

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Von
  • Mathias Brandt
Statistik der Woche

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shutterstock/3dmask

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In unserer wöchentlichen Rubrik präsentieren wir Zahlen, Kurven und Diagramme aus Technologie und Wissenschaft.

Der Themenkomplex Fruchtbarkeit und Kinderwunsch ist aktuell, gerade hat der "Spiegel" eine Titelgeschichte zur rapide abnehmenden Spermienqualität bei Männern veröffentlicht und TR-Autor Benedikt Schwan im August ein Buch zum Thema im Heyne-Verlag.

Die Infografik von Statista und Technology Review zeigt, dass sich die Verantwortung für Fortpflanzungsprobleme relativ gleichmäßig auf die beiden Geschlechter verteilt. Der European Society of Human Reproduction and Embryology zufolge hat eines von sechs Paaren mindestens einmal im Verlauf des reproduktiven Lebens ein Fruchtbarkeitsproblem.

Kinderwunschzentren können einigen von ihnen helfen. In Deutschland wurden 2018 in solchen Fachpraxen für Fortpflanzung 106.890 Behandlungszyklen bei 61.114 Frauen durchgeführt. Zwischen 2000 und 2017 wurden hierzulande fast 220.000 Kinder mit Hilfe von Pipette und Petrischale auf die Welt gebracht. Bei IVF werden Eizelle und Spermien im Labor zusammengebracht, auf dass sie sich vereinen, bei ICSI wird mit einer Nadelspitze das Spermium direkt in die Eizelle eingebracht.

Aber der technische Weg zum Wunschkind steht nicht allen offen. Dem International Committee for Monitoring Assisted Reproductive Technologies (ICMART) wurden für 2016 2,8 Millionen Behandlungszyklen gemeldet - davon wurden 84 Prozent in Asien und Europa durchgeführt. Afrika und Lateinamerika kommen dagegen zusammen nur auf drei Prozent.

(bsc)