Statistik der Woche: WannaCry – weit verbreitet, aber kein Millionengeschäft

Der Kryptotrojaner WannaCry hat eine Spur der Verwüstung auf Computern weltweit hinterlassen. Wie viel er tatsächlich erpresst hat, zeigt unsere Infografik.

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Lahmgelegte IT in britischen Krankenhäusern, kaputte Bahnanzeigen in Deutschland, funktionsuntüchtige Tankstellen in China – der Kryptotrojaner WannaCry (WanaDecrypt0r 2.0) hat weltweit Windows-Rechner lahmgelegt. Seit dem 12. Mai hatte sich die Ransomware von Russland aus verbreitet. Dabei verschlüsselt die Schadsoftware Dateien auf dem Computer und fordert für die Entschlüsselung eine Überweisung in Bitcoin. Einmal per E-Mail auf dem Rechner gelandet, verbreitet sich WannaCry wie ein Wurm weiter und infiziert andere Rechner im gleichen Netz. Betroffen sind vor allem älteren Windows-Versionen, bei denen Sicherheits-Updates ausstehen.

Statistik der Woche

(Bild: 

shutterstock/3dmask

)

In unserer wöchentlichen Rubrik präsentieren wir Zahlen, Kurven und Diagramme aus Technologie und Wissenschaft.

Die Infografik von Statista und Technology Review fasst einige Zahlen zu den bisherigen Entwicklungen von WannaCry zusammen: So wird deutlich, dass der Trojaner zwar einen rasanten Verbreitungsgrad erreichte, aber nur verhältnismäßig wenig erfolgreich bei den eingegangenen Zahlungen war. 320 Überweisungen gingen laut eines R-Scripts bisher (Stand: 24.5.2017) auf den angegebenen Bitcoin-Wallets ein. Damit sammelten die Erpresser 49,8 Bitcoin, umgerechnet circa 110.949 Dollar.

Effizienter scheint da der böse Bruder von WannaCry zu sein. Die Malware namens Adylkuzz, die im April entdeckt wurde, nutzt dieselben Lücken wie WannaCry, um sich auf unsicheren Windows-Geräten rund um die Welt zu verbreiten. Sie installiert nur ein Stück Software, das dann Ressourcen des betroffenen Computers nutzt, um eine wenig bekannte Kryptowährung namens Monero zu verdienen. Der Nutzer bemerkt das nicht unbedingt. Mit dieser Methode hat Adylkuzz nach einer Schätzung schon 1 Million Dollar eingebracht.

(jle)