Statistik der Woche: Wie viel Deutschland in sein Schienennetz investiert

Im Vergleich mit anderen europäischen Länder sind die Investitionen ins Schienennetz in Deutschland zurückhaltend, wie unsere Infografik zeigt.

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Schienenverkehr
Von
  • René Bocksch

Deutschland gibt wenig für die Schieneninfrastruktur aus. Im Vergleich mit ausgewählten europäischen Ländern landet die Bundesrepublik mit 124 Euro pro Kopf auf einem der hinteren Plätze. Deutlich höher fallen die Investitionen etwa in Luxemburg (607 Euro), in der Schweiz (413 Euro) und in Österreich (271 Euro) aus.

Zwar investiert Deutschland heute mehr in die Schieneninfrastruktur als je zuvor, aber auch andere europäische Staaten haben die staatlichen Investitionen ins Gleisnetz deutlich gesteigert, so dass Deutschland im Europa-Vergleich immer noch einen Keller-Platz belegt, wie die Infografik von Statista und MIT Technology Review zeigt, die auf Basis der Daten der Allianz pro Schiene erstellt wurde.

Insgesamt gibt Deutschland regelmäßig mehr Geld für die Fernstraßeninfrastruktur aus als für das Schienennetz. Die Spitzenländer investieren jeweils mehr in ihr Schienennetz als in die Fernstraßen. Über 60 Prozent der Verkehrsinvestitionen von Österreich und der Schweiz sind 2020 in den Ausbau der Schieneninfrastruktur geflossen, in Deutschland waren es lediglich 48 Prozent.

Statistik der Woche

(Bild: 

shutterstock/3dmask

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Ein weiterer Schritt in Richtung verbesserter Schieneninfrastruktur und damit auch hin zur Verkehrswende wäre die Elektrifizierung der bestehenden Trassen, das heißt die Ausstattung mit einer stromführenden Oberleitung.

Doch der Ausbau in Deutschland läuft dahingehend eher schleppend. Aktuell sind in der Bundesrepublik etwa 61 Prozent der Strecken elektrifiziert – im europäischen Vergleich ist das nur knapp über dem Durchschnitt. Die Schweiz kann beispielsweise ein zu 100 Prozent mit Oberleitungen versehenes Streckennetz vorweisen.

Bis 2030 sollen in Deutschland rund drei Viertel des Schienennetzes elektrifiziert sein, Experten bezweifeln jedoch, dass es überhaupt für 70 Prozent bis 2025 reicht.

(jle)