Stiefelknechte

Wer in den Urlaub fährt, sollte auch die richtigen Apps aufs Smartphone packen. Eine kleine Auswahl für den herbstlichen Italien-Urlaub.

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Von
  • Diane Sieger
Inhaltsverzeichnis

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“, sprach Dichter Matthias Claudius bereits im 18. Jahrhundert. Abgewandelt fürs Digitale: „Wenn einer eine Reise tut, sollte er zur optimalen Vorbereitung geeignete mobile Apps downloaden, um die Urlaubszeit stressfrei genießen zu können.“

Da die Vorstellung sämtlicher Reise-Apps für alle Ziele dieser Welt ein wenig zu umfangreich geraten würde, hat die Verfasserin dieser Tipps ein beliebtes Reiseland der Deutschen herausgepickt – Italien. Denn was gibt es Schöneres, als den Herbst unter der Sonne Italiens zu genießen?

Um einen Überblick über die Möglichkeiten des ganzen Landes zu bekommen, empfiehlt sich die iOS-App Italy Travel Guide aus dem Hause Lonely Planet.

Lonely Planet hat für diese App mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Reiseführerindustrie auf das Mobiltelefon gepackt. Insider-Tipps und -Tricks, detailliertes Kartenmaterial, das auch ohne Internetverbindung nutzbar ist, sowie die Speicherung von persönlichen Highlights im Favoriten-Ordner werden durch intuitive Benutzerführung abgerundet. Wer in seiner Tagesplanung offen ist, kann auf vorgeschlagene Reisepläne zurückgreifen.

Zum Preis von 8,99 Euro gehört die Lonely Planet App eher in den Bereich der kostspieligen Anwendungen; die bereits genannten Features machen den Download jedoch lohnenswert.

Einen vollständigen Italienreiseführer für Android-Geräte gibt es von Lonely Planet nicht, doch wer nach Rom reist, kann für diesen speziellen Ort eine Lonely Planet App bekommen. Für 72 Cent gibt es den Rom Guide im Google Play Store. Allerdings lohnt sich die Anschaffung nicht; die schlechten Bewertungen, die diese Anwendung erhalten hat, sind berechtigt. Design, Benutzerführung, Inhalte – man bekommt schnell das Gefühl, dass lediglich aus Profitgründen eine lieblose App für den Android-Markt zusammengebaut wurde.

Beim 3,59 Euro teuren Rome Lonely Planet für iOS-Geräte sieht es ein wenig anders aus. Dieser ist inhaltlich zwar auch dünn besetzt, erscheint jedoch brauchbarer und im Wesentlichen funktionstüchtig.

Wer nach einer deutschsprachigen Alternative zu Lonely Planet sucht, ist mit dem Rom Reiseführer offline der cityscouter GmbH bestens bedient. Er ist auch für die Nutzung ohne Internetverbindung entwickelt. Der Veranstaltungskalender wird regelmäßig aktualisiert, Karten verfügen über detaillierte Informationen zum öffentlichen Nahverkehr, und die Einbindung in Facebook erlaubt auch Freunden und Bekannten, an der Reise teilzuhaben. Die iOS-Anwendung ist mit 3,59 Euro auch nicht teurer als die Variante von Lonely Planet.

Um das Urlaubsland ein wenig näher kennenzulernen, lohnen sich Audio-Guides. Während man durch enge Gassen und antike Stätten spaziert, bekommt man alle erdenklichen Informationen per Kopfhörer ins Ohr geliefert. Besonders beliebt bei Italien-Reisenden ist Rick Steves, der mit seiner Serie Rick Steves’ Audio Europe eine ganze Reihe von Städten vertont hat. Für Italien-Urlauber stehen diverse Touren für Rom, Venedig, Florenz und Assisi bereit. Einfach vor der Abreise innerhalb der App herunterladen und zu Beginn der Besichtigung von Pompeji, Kolosseum und Co. den Abspielknopf drücken.

Sorgen um das Sprachenlernen für den Kurzurlaub muss man sich heutzutage nicht mehr machen. Zumindest nicht, sofern man bereits zu Hause die iOS-App Learn Italian Free – Phrases & Vocabulary for Travel, Study & Live in Italy auf seinem iPhone installiert hat. Die gebräuchlichsten und nützlichsten Begriffe sind in sinnvolle Kategorien unterteilt und lassen sich per Knopfdruck über den eingebauten Lautsprecher in zwei Geschwindigkeitsstufen (normal und langsam) abspielen. Insbesondere im Krankheitsfall oder anderen Notfallsituationen können diese Begriffe hilfreich sein. Doch auch in Alltagssituationen wie beim Restaurantbesuch oder beim Einkaufen stellt sich die App als durchaus nützlich heraus.

Wer nicht die Computerstimme für sich sprechen lassen möchte, kann Sätze auch selbst nachsprechen und die Aufnahme mit der Computerstimme vergleichen. Per In-App-Kauf zum Preis von 3,59 Euro lassen sich zusätzliche Kategorien freischalten.

Eine weitere Alternative zum Bewältigen der Sprachbarrieren ist Langenscheidts Italienisch talk & travel für iOS (9,99 Euro). Ähnlich wie bei „Learn Italian Free“ sind Wörter und Redewendungen in Kategorien unterteilt und lassen sich von einer Computerstimme vorlesen. Zwar gibt es keine Möglichkeit, die eigene Aussprache zu trainieren und aufzuzeichnen, jedoch bietet „talk & travel“ sehr hilfreiche sogenannte Zeigebilder. Hierbei handelt es sich um Zeichnungen von Gegenständen, die man im Hotel oder Geschäft vorzeigen kann, um nach einem bestimmten Produkt zu fragen.

Eine gute Alternativen zum Sprachenlernen für Android-Geräte ist Italienisch lernen mit Babbel, das im Google Play Store kostenlos erhältlich ist. Die App unterstützt den Benutzer beim Erlernen der Sprache mithilfe von Piktogrammen und Audio-Schnipseln. „Italienisch lernen mit Babbel“ bietet sowohl einen Modus zum Erlernen neuer als auch zum gezielten Wiederholen und Üben bereits erlernter Vokabeln; Letzteres erfordert allerdings einen Online-Account mit Babbel (kostenlos). Die App ist mehrsprachig und erlaubt in den Einstellungen die Auswahl einer Muttersprache, in der die Vokabeln und Beschriftungen der Piktogramme angezeigt werden.

Um sich für die Reise nach Italien auch geografisches, historisches und allgemeines Wissen anzueignen, lohnt sich eine Quizrunde. Im deutschsprachigen Bereich gibt es da zum Beispiel die iOS-App Italien Quiz der Red Octopus GmbH. Für 3,59 Euro gibt es 500 interessante Fragen aus sechs Themengebieten.

Grafisch ein wenig ansprechender und dazu noch kostenlos ist Italien. Das Wunderatlas-Quiz., ebenfalls für iOS. Auch hier geht es darum, das Wissen rund um Italien zu erweitern, und zwar hauptsächlich durch das Verschieben von Regionen, Meeren oder Sehenswürdigkeiten. Nach erfolgreicher Bewältigung der Fragen gibt es zur Belohnung den Zugriff auf Fotogalerien zu den gesuchten Begriffen sowie weitere Informationen und Links zu Wikipedia zum Thema.

Großer Wermutstropfen jedoch: Die Anwendung wurde offenbar maschinell eingedeutscht. Die schlechte Übersetzung macht es teilweise schwer, Anweisungen zu verstehen und zu folgen. Da möchte man fast den „Verlassen Ihre Meinung“-Knopf auf der letzten Quizseite drücken und Feedback zur Übersetzung hinterlassen.

Für diverse Outdoor-Aktivitäten lohnt es sich, ein Auge auf den Wetterbericht zu haben. Natürlich kann man dies mithilfe der eingebauten Wetter-Anwendungen auf iOS- und Android-Geräten tun. Insbesondere iPhone-Nutzer sind bereits mit einer umfangreichen App, die das Wetter an verschiedenen Orten gleichzeitig anzeigen kann, gut bedient.

Wer jedoch zusätzliche Informationen rund um Regenwahrscheinlichkeit und Sonnenstunden beobachten möchte, sollte einen Blick auf Wetter für Italien Pro werfen. Für Android-Nutzer lohnt sich die Anschaffung schon aufgrund der Tatsache, dass sich mehrere Orte zu den Favoriten hinzufügen lassen und man ohne großen Aufwand zwischen diesen hin- und herschalten kann. Bis zu zehnmal am Tag werden die Wetterdaten von italienischen Meteorologen aktualisiert. Insbesondere zusätzliche Informationen wie die gefühlte Temperatur, Windrichtung und Stärke von Windböen machen die Kleiderwahl vor Ort in Italien zum Kinderspiel. Die Anwendung gibt es für iOS-Geräte (1,79 Euro) und für Android (1,67 Euro).

Wer jetzt Lust auf eine Portion Italien bekommen hat, kann sich gleich My Gelateria herunterladen. Zum Preis von 2,69 Euro bietet die iOS-App Rezepte für leckere Eiscreme und Sorbets. Jedes Rezept ist einfach zuzubereiten, verfügt über eine Einkaufsliste und einen Timer für die benötigten Gar- und Gefrierzeiten. Guten Appetit. (js)