Studie: "Videokonferenzen machen rechnerisch 700.000 Pkw überflüssig"

Millionen Tonnen CO2 seien durch Videokonferenzen einsparbar, das berechnet eine Studie des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und des Borderstep Instituts.

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Videokonferenzen mit Klimaeffekt

(Bild: vichie81 / Shutterstock.com)

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  • dpa

Eine vermehrte Nutzung von Videokonferenzen anstelle von Dienstreisen könnte einer Studie zufolge auch nach Ende der Corona-Pandemie bundesweit drei Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr einsparen. Künftig könnte die Gesamtstrecke der Geschäftsreisen deutscher Beschäftigter im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie um rund ein Drittel zurückgehen, wie aus einer Befragung unter 500 Geschäftsreisenden hervorgeht, die am Donnerstag vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) und dem Borderstep Institut vorgestellt wurde.

Im Jahr 2019 waren in Deutschland dem Bundesumweltministerium zufolge rund 805 Millionen Tonnen Treibhausgase ausgestoßen worden. Auf Dienstreisen entfielen der am Donnerstag vorgestellten Analyse zufolge rund 12 Millionen Tonnen.

Sowohl bei Reisen mit dem Auto, mit dem Flugzeug oder der Bahn gaben die nun Befragten an, künftig vermutlich deutlich weniger Strecke zurückzulegen als in der Vergangenheit. "Alleine der reduzierte Auto-Anteil macht rechnerisch 700.000 Pkw überflüssig", sagte Jens Clausen, einer der Studienautoren. Da könne man auch die Frage stellen, "ob wir für deutlich weniger Autoreisen als Geschäftsreisen dann noch die vielen Dienstwagen brauchen".

In die Berechnungen wurden die Klimaeffekte von Videokonferenzen mit eingeschlossen. So rechnete Clausen etwa vor, dass eine Dienstreise von Stuttgart nach Berlin für zwei Personen selbst bei einer Anreise per Bahn 65 Kilogramm Kohlenstoffdioxid (CO2) verursacht. Würden sich hingegen vier Personen für vier Stunden per Video treffen, fielen für Rechenzentrum, Kommunikationswege und Endgeräte rund ein Kilogramm an. Und im Vergleich zum Auto wirkt sich der Studie zufolge die Videokonferenz per Notebook bereits bei fünf Kilometer Anfahrtsweg positiv aufs Klima aus.

Zum Klimavorteil von Homeoffice im Vergleich zum täglichen Büroweg berechnet die Studie ein jährliches Einsparspotential von 1,5 Millionen Tonnen Treibhausgasen. Allerdings gebe es hier im Vergleich zu Dienstreisen mehr potenzielle Effekte, die den Wert drücken könnten, betonte Clausen. Etwa wenn eine größere Wohnung gemietet werde, um Platz fürs Homeoffice zu haben, oder wenn ein weiter entfernter Wohnort gewählt werde – von dem aus man dann aber doch hin und wieder ins Büro müsse.

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(fpi)