Studie zur Zufriedenheit mit Neuwagen: Dodge und Kia vorn, Tesla hinten

Eine Umfrage in den USA zeigt, wie gut es Herstellern gelingt, die Erwartungen ihrer Kunden zu erfüllen. Bei Tesla dürfte man mit dem Ergebnis hadern.

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Rächt sich nun, dass Tesla mit der Auslieferung des Model Y begonnen hat, obwohl die Fahrzeuge noch Mängel hatten?

(Bild: Tesla)

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Statistisch gesehen gibt der Durchschnittsmensch hierzulande nur für das Thema „Wohnen“ mehr Geld aus als für den fahrbaren Untersatz. Wer diese Belastung auf sich nimmt, kann zu Recht erwarten, zufriedengestellt zu werden. Theorie und Praxis gehen hier allerdings weit auseinander. JD Power befragt seit 34 Jahren Autonutzer, wie zufrieden sie mit ihrem Fahrzeug sind und wo genau Probleme auftauchen.

Hersteller sind mit den Erkenntnissen nicht immer glücklich und versuchen schon mal, den Befragungen möglichst kantige Steine in den Weg zu legen – wie nun Tesla, die das Ergebnis dieser US-Studie wohl geahnt haben. Sie basiert auf den Antworten von 87.282 Käufern und Mietern neuer Fahrzeuge des Modelljahres 2020, die 90 Tagen nach der Übernahme des neuen Autos befragt wurden.

Dass Tesla mit schwankender Fertigungsqualität zu kämpfen hat, ist keineswegs neu. Deshalb wehrte sich die Marke auch heftig. „Im Gegensatz zu anderen Herstellern erteilt Tesla uns keine Erlaubnis, Tesla-Fahrer in 15 US-Bundesstaaten zu befragen, in denen dies erforderlich ist“, sagte Doug Betts, Präsident der Automobilsparte bei JD Power. „Wir konnten jedoch eine ausreichend große Stichprobe von Umfragen von Eigentümern in den anderen 35 Bundesstaaten sammeln und auf dieser Basis die Tesla-Punktzahl berechnen.“

In der aktuellen Umfrage landet Tesla mit 250 Problemen pro 100 Fahrzeugen auf dem letzten Platz – der Durchschnitt liegt bei 166 pp 100. Die Tesla-Fahrer klagen über Lackmängel, schlecht sitzende Karosserieteile, Klappern und eine ungenaue Reichweitenmessung. Weniger Kritik bekommen Antriebsstrang und Infotainmentsystem.

Auf den vorderen Plätzen in dieser Statistik landen Dodge, Kia, Chevrolet, RAM, Genesis und Mitsubishi. Volkswagen liegt auf Platz 9 und ist die einzige deutsche Marke, die es mit 152 Problemen pro 100 Fahrzeugen in die Top 10 dieser Liste geschafft hat. BMW, Mercedes und Audi liegen über dem Durchschnitt. Die Autoren der Studie begründen das so: Premium-Marken statten ihre Fahrzeuge im Allgemeinen mit komplexerer Technik aus. Damit steige das Risiko, die Erwartungen anspruchsvoller Kundschaft nicht zu erfüllen.

Die Studie untersucht 233 Probleme, die in neun Kategorien unterteilt sind: Klimatisierung, Fahrassistenz, Erfahrung am Steuer, Außen, Funktionen / Bedienelemente / Anzeigen, Infotainment, Innenraum, Antriebsstrang und Sitze. „Qualität bedeutet, die Anforderungen der Kunden zu erfüllen und sie zu zufriedenzustellen. Japanische Autohersteller haben sich schon seit geraumer Zeit darin hervorgetan“, sagt Dave Sargent, Vice President für Automobilqualität bei JD Power. „Aber einige andere Autohersteller haben sie in den vergangenen Jahren übertroffen, indem sie besser verstanden haben, was Qualität für die heutigen Besitzer bedeutet.“ Der Chevrolet Sonic scheint so gesehen das beste Auto zu sein. Er hat mit nur 103 Problemen pro 100 Fahrzeugen die geringste Fehlerquote in der diesjährigen Studie.

Das beste Auto der Welt? Der Chevrolet Sonic erfüllt die Erwartungen seiner Kunden in der diesjährigen Studie am besten.

(Bild: Chevrolet)

Ganz allgemein wird in diesem Jahr besonders der Bereich Infotainment kritisiert. Fast 25 Prozent alle Befragten sind in dieser Hinsicht unzufrieden. Zu den Beschwerden zählen vor allem eine unverständige Sprachsteuerung, eine mangelhafte Android Auto- / Apple CarPlay-Konnektivität, schlechte Navigationssysteme ab Werk sowie Fehler bei der Bluetooth-Anbindung.

(mfz)