Supraleiter: Heiße Spur für kalte Leiter

Verlustfreie Stromleitungen bei Umgebungstemperatur sind ein alter Traum. Supraleitungen könnten das ermöglichen. Wissenschaftler haben ihr Ziel fast erreicht.

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Eine beliebte Demonstration des Phänomens Supraleitung: Ein Magnet schwebt über einem Stickstoff-gekühltem Supraleiter, hier vorgeführt im Labor von Ranga Dias im August 2020.

(Bild: J. Adam Fenster/University of Rochester)

Von
  • Wolfgang Richter
Inhaltsverzeichnis

Auf einen Schlag alle Kraftwerke und Windräder in Rheinlandpfalz und Hessen abschalten – das könnte man, wenn der Strom in unseren Leitungen verlustfrei fließen würde. Momentan gehen dort etwa sieben Prozent des gesamten Verbrauchs an elektrischer Energie als ungenutzte Abwärme verloren, hervorgerufen durch den elektrischen Widerstand der Kabel.

Bereits seit 1911 ist ein Phänomen bekannt, das uns diesen Widerstand ersparen könnte: die Supraleitung. Allerdings musste damals der Niederländer Heike Kamerlingh Onnes sein Glasröhrchen mit Quecksilber in flüssiges Helium tauchen, damit das Metall seinen Widerstand verliert. Flüssiges Helium ist minus 269 Grad Celsius kalt – 4,2 Grad über dem absoluten Nullpunkt. Supraleitung bei Umgebungstemperatur blieb seither ein Wunschtraum.

Seit Oktober vergangenen Jahres ist das anders. Ein Supraleiter, den Ranga Dias von der University of Rochester im Nordosten der USA hergestellt hat, verliert seinen Widerstand schon bei plus 15 Grad Celsius.

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