Systemwechsel: Neustart als Developer

IT-Fachkräfte sind Mangelware. Alternative Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sollen Abhilfe schaffen. Nie waren die Wege in die IT-Branche vielfältiger.

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(Bild: Black Jack/Shutterstock.com)

Von
  • Sead Ahmetović
  • Thomas Limbüchler
Inhaltsverzeichnis

Wer sich mit Softwareentwicklung auskennt, ist längst nicht mehr nur bei Softwareunternehmen wie Microsoft, SAP und Salesforce gefragt. Ob Versicherungen, Banken, Transport, Industrie oder Handelsunternehmen, so gut wie alle Unternehmen digitalisieren ihre Geschäftsprozesse, ihren Vertrieb, die Produktion und auch die Geschäftsmodelle. Dafür benötigen sie zwingend das entsprechende Know-how und folglich die richtigen Mitarbeiter.

Young Professionals schreiben für Young Professionals

Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelstrecke, zu der heise Developer explizit junge Entwickler:innen eingeladen hat – mit dem Ziel, ihresgleichen, aber natürlich auch die interessierten "älteren Semester" über aktuelle Trends, Entwicklungen, Phänomene und persönliche Erfahrungen zu informieren. Die Beiträge dieser Artikelstrecke erscheinen im monatlichen Turnus. Du bist selbst ein "Young Professional" und willst Teil dieser Serie sein? Dann bewirb dich mit einem Vorschlag bei der Redaktion. Sie steht dir mit hilfreichen Tipps über den Schreib-, Redigier- und Freigabeprozess hinweg zur Seite.

Softwareentwickler:innen, Softwarearchitekt:innen, Tester, DevOps-Spezialist:innen, Cloud-Expert:innen, IT-Administrator:innen, Data Scientists, IT-Projektmanager, IT-Sicherheitsexpert:innen, IT-Service-Berater:innen sowie Fachleute für Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 und viele weitere Bereiche sind besonders gefragt.

Laut einer jährlichen Erhebung des IT-Branchenverbands Bitkom hat sich der Mangel an IT-Spezialist:innen in Deutschland durch die Corona-Krise zwar vorübergehend verringert, liegt aber nach wie vor auf dem zweithöchsten Wert seit Erhebungsbeginn. Im vorletzten Jahr war ein historischer Höchststand von 124.000 unbesetzten Stellen zu verzeichnen. Ende 2020 waren quer durch alle Branchen 86.000 Stellen für IT-Fachkräfte vakant – gedämpft durch die Corona-Krise, so sei angemerkt.

heise jobs – der IT-Stellenmarkt

Zu Arbeitsplätzen und Stellenangeboten in der IT-Branche siehe auch den Stellenmarkt auf heise online:

Selbst während der Pandemie leiden Unternehmen unter akutem Mangel an IT-Fachkräften. Die Krise hat aber vielerorts nicht bloß Defizite bei der Digitalisierung aufgezeigt, sondern im letzten Jahr einen "Digitalisierungsaufschub" ausgelöst, der die Nachfrage nach Informatikerinnen und Informatikern schon bald wieder ansteigen lassen und den Mangel womöglich weiter verschärfen wird (s. Abb. 1).

Deutschland fehlen IT-Experten: Anzahl zu besetzender IT-Stellen in der deutschen Wirtschaft (Abb.1)

(Bild: Statista)

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, sind laut Bitkom ergänzend zu einer effizienteren Aus- und Weiterbildung die Stärkung von Frauen in der IT und die Förderung qualifizierter Zuwanderung gefragt. Vor allem die qualifizierte Zuwanderung ist eine kontroverse Angelegenheit, denn knapp neun von zehn Unternehmen (87 Prozent) in Deutschland sehen Deutschkenntnisse nach wie vor als ein Muss, was die Lage für viele Unternehmen zusätzlich befeuert. Auch wenn der IT-Fachkräftemangel nicht nur ein deutsches Phänomen ist, könnte die Arbeitgeberseite diesem durch mehr Offenheit bei der Suche nach IT-Kräften entgegenwirken.

Die Suche nach den richtigen Mitarbeitern ist hart. Viele Unternehmen stehen sich jedoch selbst im Weg, weil sie unrealistische Erwartungen haben, die vom Arbeitsmarkt nicht erfüllt werden können, und so bleiben dann viele IT-Stellen für lange Zeit unbesetzt. Jene Organisationen, die im IT-Recruiting flexibler agieren und die eigenen Anstellungskriterien an neue Mitarbeiter etwas lockern, werden daraus mittel- und langfristig auch einen Wettbewerbsvorteil ziehen können.