TR Online 2013: Von elektrischen Langläufern, Pumpspeichern in Bergwerken und Bierbraumaschinen für die Küche

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Bergwerk hilft Erneuerbaren

Was macht man mit einer alten Kohle- oder Erzlagerstätte, wenn man sie nicht mehr benötigt? Sie einfach nur aufzulassen und zu sichern, finden deutsche Forscher zu schade. Sie arbeiten an einer neuen Art von untertägigen Pumpspeicherkraftwerken, kurz UPW. Dabei werden vorhandene Stollen geflutet und Generatoren eingebaut. Ein Pumpspeicherkraftwerk etwa im Ruhrgebiet hätte einige positive Eigenschaften, schreiben die Technology-Review-Autoren Frank Grünberg und Gregor Honsel. "Es würde für seinen Wasserkreislauf Räume nutzen, die größtenteils bereits vorhanden sind und überirdisch nicht stören. Aufgrund der großen Höhenunterschiede innerhalb des Schacht- und Streckensystems existieren für das Wasser des Kraftwerks zudem immense Fallhöhen. Bis zu 1000 Meter sind möglich, mehr als in den Alpen."

An der Universität Duisburg-Essen läuft bereits ein entsprechendes Forschungsprojekt, bei dem ein Konsortium klären soll, ob das funktionieren kann. "Der Bergbau im Revier verfügt über eine hervorragend ausgebaute Grundeinrichtung unter Tage", sagt Projektkoordinator Professor André Niemann: "Mit unserem Projekt wollen wir möglichst viele Komponenten dieser Infrastruktur dauerhaft sichern." Unser Artikel zu neuartigen Pumpspeicherwerken, die in Bergwerksanlagen eingebaut werden könnten, war im Oktober 2013 der populärste Text bei TR Online.

Wie Internet-TV gezählt wird

Statt über Antenne, Satellit oder TV-Kabel kommt Fernsehen zunehmend per Internet zu den Konsumenten. Das verändert auch die Art, wie die Quoten ermittelt werden. Karin Hollerbach-Zenz, Chefin der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung, erläuterte deshalb im Interview mit Technology Review, wie sich die Technik der Demoskopen anpassen muss, damit auch künftig noch korrekte Zuschauerzählungen erfolgen können. Dabei, räumt Hollerbach-Zenz ein, laufe man der Entwicklung ein wenig hinterher. Und dennoch: "Wir messen ja bereits jetzt, was auf Smart-TV-Geräten geschaut wird. Das herkömmliche Live-Fernsehen sowieso, aber auch Inhalte von Mediatheken oder On-Demand-Angebote von Kabelnetz- und IPTV-Betreibern."

Künftig soll die Technik noch genauer werden. So sollen künftig auch noch bestimmte Apps, die sich heute nur schwer zählen lassen, in die Fernsehforschung einbezogen werden. Dass die aktuelle Quotenerfassung etwa im Vergleich zur Reichweitenmessung von Web-Inhalten sehr ungenau ist, sieht Hollerbach-Zenz nicht. "Wir haben ja sehr detaillierte und konkrete Angaben über unsere 10500 Panel-Mitglieder. Wir wissen, wie ihre technische Ausstattung aussieht und, jährlich aktualisiert, wo ihre Präferenzen, ihre Interessen, ihre Konsummerkmale liegen." Der TR-Online-Beitrag zum Thema Fernsehforschung im Internet-Zeitalter war im November 2013 der am häufigsten geklickte Artikel.

Hopfen und Malz, Maschine erhalt's

Der Trend zu Mikrobrauereien ist auch in Deutschland ungebrochen: Zahlreiche kleine Firmen und Gruppen betreiben kleine bis mittelgroße Bierproduktion, die ganz spezielle Hopfengetränke offerieren. Wenn es nach der US-Firma PicoBrew geht, wird Bierbrauen bald so einfach wie Espresso-Kochen: Mit der 1600 Dollar teuren Maschine Zymatic will das Start-up ab dem nächsten Jahr einen Automaten verkaufen, der sich sogar in einer handelsüblichen Küche unterbringen lässt.

Das System arbeitet mit Malz, Hopfen und Wasser und soll eine fermentierbare Mixtur bereits in dreieinhalb Stunden erzeugen. Danach dauert es allerdings eine weitere Woche, bis daraus richtiges Bier wird, zudem muss auch noch Kohlensäure hinzugegeben werden. Trotzdem wurde die PicoBrew, hinter der unter anderem ehemalige Microsoft-Mitarbeiter stecken, auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter schnell durchfinanziert. Unseren Artikel über den Bierbrauautomaten fürs Heim schauten sich die Leser im Dezember 2013 am intensivsten an.

(bsc)