"Innovatoren unter 35" 2016

Technology Review prämierte am 5. Juli die zehn Preisträger im Quadriga Forum in Berlin-Mitte. Von Medizin über IT-Sicherheit bis Finanztechnologie und 3D-Druck – die Fachgebiete der jungen Wissenschaftler sind vielfältig.

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  • TR Online

Ein präziser 3D-Drucker für künftige Nano-Roboter, ein Programm zum Austausch von Gesundheitsdaten und eine App, die Pflanzenkrankheiten anhand von Handy-Fotos erkennt: Dies sind drei von zehn prämierten Projekten bei der deutschen Ausgabe des Wettbewerbs "Innovatoren unter 35". Unter den Gewinnern wurden zwei weitere Titel vergeben: Zum "Innovator of the Year" wurde Gero Decker ernannt. Ansgar Jonietz erhielt den Titel "Social Innovator of the Year".

Der Nachwuchspreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für junge Innovatoren. Vor 16 Jahren wurde dieser vom US-amerikanischen Magazin MIT Technology Review ins Leben gerufen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Daniel Ek von Spotify. Die Gewinner der deutschen Auflage sind automatisch nominiert für die internationale Liste der 35 besten Innovatoren unter 35, die jährlich von der US-amerikanischen MIT Technology Review gekürt werden.

Mittlerweile findet der Wettbewerb europaweit in fünf Ländern statt und wird an allen Austragungsorten von BNP Paribas unterstützt. Partner der deutschen Ausgabe sind die Consorsbank, VW Nutzfahrzeuge sowie der High-Tech Gründerfonds.

Zur Jury gehörten Alexander von Frankenberg, Geschäftsführer High-Tech Gründerfonds, Patrick Baudisch, Leiter Human Computer Interaction des Hasso-Plattner-Instituts, Tobias Kraus, Leiter Strukturbildung am Leibniz-Institut für Neue Materialien, Robert Thielicke, Chefredakteur Technology Review, und Gregor Honsel, Redakteur Technology Review.

Innovators under 35

Bei der Verleihung am 5. Juli in Berlin waren neben den Preisträgern auch Wagnis­kapitalgeber, Start-up-Gründer und Vertreter aus Forschungs­abteilungen großer Unternehmen vor Ort. Die Keynote über selbstfahrende Fahrzeuge hielt Raúl Rojas, Professor für Intelligente Systeme und Robotik an der Freien Universität Berlin und der University of Nevada (Reno). 2014 wurde Rojas vom Deutschen Hochschulverband mit dem Titel "Hochschullehrer des Jahres" ausgezeichnet.

Innovator of the Year: An die Hand genommen

Gero Decker ist Gründer von Signavio hat eine Software erdacht, die das Prozessmanagement in Unternehmen transparent und damit einfach macht. Endlich weiß auch bei komplizierten Projekten die linke Hand, was die rechte tut.

Social Innovator of the Year: Dolmetscher fürs Mediziner-Latein

Der Mediziner Ansgar Jonietz gründete den Online-Service washabich.de, der den Fachjargon medizi­nischer Befunde in eine für Laien verständliche Sprache kostenfrei übersetzt. Mittlerweile hat sein Team von 1300 Medizinstudenten und Ärzten rund 26 000 medizinische Befunde übersetzt.

Geteilte Leiden

Johannes Jacubeit, Sportmediziner und Gründer des Startup-Unter­nehmens Connected Health, will die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten verbessern. Mit dem von ihm entwickelten Produkt LifeTime Hub hat man als Patient seine Krankenakte immer dabei und kann seine Gesundheitsdaten lokal mit dem Arzt teilen.

Die Code-Inspektoren

Die beiden Informatiker Steven Arzt und Siegfried Rasthofer haben "CodeInspect" entwickelt. Mit dem Analysetool für Schadsoftware lassen sich gehackte oder gefälschte Android-Apps und Java-Programme deutlich schneller und präziser aufspüren als bisher.

Großer Erfolg mit kleinen Sachen

Der Karlsruher Michael Thiel ist Gründer von nanoscribe und hat den genauesten kommerziellen 3D-Drucker der Welt entwickelt. Er kann Schichten drucken, die einen Mikrometer dünn sind. Zum Vergleich: Ein Haar ist 50 bis 70 mal dicker.

Airbag für Wassersportler

Christopher Fuhrhop entwickelte ein Rettungssystem für Wassersportler, das bei körper­licher Aktivität nicht hinderlich ist. Anders als herkömm­liche Schwimmwesten ist es klein, handlich – und bläst sich im Notfall durch einen Zug am Auslöser auf.

Diagnose per Bilderkennung

Die Geografin und Botanikerin Simone Strey hat das Programm Plantix entwickelt. Diese App erkennt Pflanzenkrankheiten anhand von Handy-Fotos. Mithilfe dieser App kann der unnötige Gebrauch von Pestiziden in der Landwirtschaft verhindert werden.

Kredite? Aber sicher!

Der Betriebswirt Benedikt Kramer will mit seinem Fintech-Start-up awamo den Mikrofinanzsektor in Afrika umkrempeln. Das Unternehmen entwickelte ein Identifikationssystem per Fingerabdruck und eine Software für die einfache Kreditverwaltung.

Roboterschwärme im Lager

Bisher konnten Lagerroboter nur ganze Kisten oder Paletten holen. Mit Toru hat der Geschäftsführer des Münchner Unternehmens Magazino, Frederik Brantner, das geändert. Die Maschinen können auch einzelne Objekte aus einer Kiste oder einem Regal zur Werkbank oder zur Versandstation bringen.

10 Cent statt 100 Euro

Der Neurowissenschaftler Tom Baden will mit einer Mischung aus Open Source und 3D-Druck erreichen, dass Labore einen Teil ihrer Ausstattung selbst herstellen. Tausende Designs hat die Community mittlerweile auf der Plattform OpenLabware eingestellt.

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