UBA: Drastischer CO2-Rückgang in der Stromproduktion

Das UBA schätzt, dass die CO2-Emissionen pro Kilowattstunde erzeugtem Strom 2019 stärker gesunken sind als je zuvor.

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Der Betrieb eines Kohlekraftwerks ist teurer geworden. Im Bild: Vattenfall-Kraftwerk Moorburg

(Bild: Vattenfall)

Von
  • Martin Franz

Das Umweltbundesamt (UBA) hat neue Zahlen zu CO2-Emissionen pro erzeugter Kilowattstunde (kWh) Strom veröffentlicht. Vor allem der Wert für das Jahr 2019 fällt drastisch, wobei es sich dabei um eine vorläufige Schätzung des UBA handelt. Demnach fielen im vergangenen Jahr pro erzeugter Kilowattstunde 401 Gramm CO2 an. Das würde einem Rückgang um 67 Gramm entsprechen. Ein so großer Schritt ist seit dem Referenzjahr 1990 noch nie gelungen. Auch bezogen auf den Strominlandsverbrauch sind die Experten des UBA optimistisch. Hier sank der Wert von 512 auf 427 Gramm CO2/kWh.

Zu diesem Optimismus haben vermutlich zwei Dinge wesentlich beigetragen: Zum einen war der Sommer 2019 sehr sonnenreich, was den Strommix hin zu erneuerbaren Energien begünstigt hat. Vor allem aber wurden CO2-Zertifikate und damit der Betrieb eines Kohlekraftwerks teurer. Die Anbieter verlagern deshalb die Stromerzeugung zunehmend auf Gas um. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie läuft hierzulande derzeit zwar schleppend, doch kleine Fortschritte gibt es auch hier.

Präziser wurden die Zahlen für das Jahr 2018. Bisher gingen Schätzungen von einem CO2-Ausstoß von 474 Gramm pro kWh im deutschen Strommix aus. Nach vorläufigen Berechnungen wurde dieser Wert nun auf 468 g/kWh korrigiert, wie das UBA mitteilte. Das ist ein Rückgang um 17 Gramm gegenüber dem Jahr 2017 und 279 Gramm weniger als im Referenzjahr 1990.

Für die kommenden Jahre muss sich die positive Entwicklung im deutschen Strommix nicht zwangsläufig fortsetzen. Zum einen werden die letzten Atomkraftwerke 2022 vom Netz genommen. Solar- und Windenergie werden die Lücke der Grundlastkraftwerke nicht komplett schließen können. Andererseits wurde auch 2019 mehr Strom ex- als importiert.

Für den gesamten CO2-Ausstoß der Stromproduktion ist vorerst nicht mit einer schnellen Reduktion zu rechnen. Denn der Strombedarf wird steigen, wenn ein relevanter Teil des Individualverkehrs elektrifiziert wird. Da dieser aber effizienter sein wird als mit den aktuellen Verbrennungsmotoren, dürfte der CO2-Ausstoß insgesamt sinken.

(mfz)