US-Aufseher geht – und bescheinigt Volkswagen Besserung

Nach dreijährigem Monitoring wurde Volkswagen nun bestätigt, ein anderes, "besseres" Unternehmen geworden zu sein. Die Mission des Aufsehers ist damit erfüllt.

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Larry Thompson (rechts) im Gespräch mit Volkswagen-Mitarbeitern

(Bild: Volkswagen)

Von
  • Florian Pillau
  • mit Material der dpa

US-Aufseher Larry Thompson hat seine Prüfungen bei Volkswagen beendet und dem Autohersteller laut Konzernführung ein gutes Zeugnis für die Aufarbeitung des Abgasbetrugs ausgestellt. "Er hat jetzt auch die strafrechtliche Seite zum Abschluss gebracht", sagte Rechtsvorständin Hiltrud Werner der dpa in Hannover.

Das mindestens drei Jahre dauernde Monitoring durch den Ex-Vize-Justizminister der USA, Larry Thompson, war eine Auflage der US-Justiz. Nun habe er "bestätigt, dass Volkswagen ein anderes und ein besseres Unternehmen geworden ist – und dass wir die Verpflichtungen aus unseren Vereinbarungen mit den US-Behörden eingehalten haben".

Thompson hatte rund drei Jahre lang beobachtet, ob Volkswagen nach dem Schuldeingeständnis gegenüber der US-Regierung die zugesagten Reformen umsetzt und mögliches Fehlverhalten von Mitarbeitern konsequenter ahndet. Bei zivilrechtlichen Fragen hatte der Jurist im Juli ein Fazit der "Bewährungszeit" gezogen, nun folgte eine abschließende Bewertung strafrechtlicher Themen. In einigen Punkten hatte er zwischenzeitlich noch Verbesserungsbedarf gesehen.

Werner betonte, die Optimierung interner Regeltreue- und Whistleblower-Systeme gehe unabhängig davon jedoch weiter. "Das Erreichen des Zertifikats, das er uns ausgestellt hat, ist ein Meilenstein, aber nicht das Ende", erklärte sie. "Wir werden in gleicher Weise weiterarbeiten."

Chronologie des Abgas-Skandals (74 Bilder)

Mitte September 2015:  Die US-Umweltschutzbehörde EPA beschuldigt den Volkswagen-Konzern, Diesel-PKWs der Baujahre 2009 bis 2015 mit einer Software ausgestattet zu haben, die die Prüfungen auf US-amerikanische Umweltbestimmungen austrickst. Zu ähnlichen Untersuchungsergebnissen ist auch das California Air Resources Board (CARB) gekommen. Beide Behörden schicken Beschwerden an VW. (Im Bild: Zentrale der EPA in Washington D.C.)
(Bild: EPA
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Das Management in Wolfsburg hatte nach dem Auffliegen der Software-Manipulationen in den USA eingeräumt, bei der Abgastechnik von Dieselfahrzeugen betrogen zu haben. Insgesamt musste Volkswagen bis dato rund 32 Milliarden Euro an Kosten verbuchen, den Großteil davon in Nordamerika. Thompson war dem Konzern als "Aufpasser" zur Seite gestellt worden, um die in den milliardenschweren zivilrechtlichen Vergleichen vereinbarten Verbesserungen zu überprüfen und sicherzustellen, dass sich ein solcher Betrug nicht wiederholt.

Erst vor wenigen Tagen war die Anklage wegen Abgasbetrugs gegen den als damals Verantwortlichen und daher in der Sache verdächtigen ehemaligen Volkswagen-Chef Martin Winterkorn zugelassen worden.

(fpi)