USA: Plus an Klimaverschmutzung in Höhe der halben EU-Menge bis 2035

Das Widerrufen von Umweltvorschriften für Fahrzeugemissionen, Methan und andere Treibhausgase könnte fast zwei Milliarden Tonnen mehr Kohlendioxid verursachen.

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US-Präsident Trump wirft Online-Netzwerken wie Twitter Zensur vor und will die Plattformen mit einer neuen Verordnung stärker reglementieren. Auslöser für Trumps Vorstoß ist eine Auseinandersetzung mit Twitter.

(Bild: dpa, Evan Vucci/AP/dpa)

Von
  • James Temple

Obwohl die Welt mit immer mehr verheerenden Bränden, Hitzewellen und Dürren zu kämpfen hat, hebelt US-Präsident Donald Trump eine den Klimawandel bremsende Umweltvorschrift nach der anderen aus.

Laut einer neuen Analyse der Rhodium Group könnte das, falls die Widerrufungen rechtlichen Herausforderungen und nachfolgenden Regierungen standhalten, in der Summe dafür sorgen, dass bis 2035 umgerechnet 1,8 Milliarden zusätzliche Tonnen Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre gepumpt werden.

Das ist etwas mehr als die jährlichen Gesamtemissionen fossiler Brennstoffe in Russland oder mehr als die Hälfte der Emissionen der Europäischen Union in den letzten Jahren. Diese erhöhten Treibhausgasemissionen würden durch die Aufhebung von Vorschriften verursacht, die größtenteils unter Präsident Barack Obama in mehreren Schlüsselbereichen umgesetzt wurden:

  • Der Widerruf von föderalen Emissionsnormen für Fahrzeuge und der Fähigkeit des Bundesstaates Kalifornien, strengere Vorschriften festzulegen, könnten in den nächsten 15 Jahren insgesamt mehr als eine Milliarde Tonnen Kohlendioxid freisetzen.
  • Die Schwächung der Vorschriften der Environmental Protection Agency (EPA), denen zufolge Öl- und Gasunternehmen das Austreten von hochgradig klimaschädigendem Methan verhindern müssen, könnte im gleichen Zeitraum Zeit fast 600 Milliarden Tonnen mehr Kohlendioxid bedeuten.
  • Durch die Lockerung der Vorschriften für Fluorkohlenwasserstoffe, insbesondere für besonders klimawirksame Treibhausgase in Kühl- und Klimaanlagen, könnten 165 Tonnen hinzukommen.
  • Zu guter Letzt könnte die verspätete Durchsetzung von EPA-Vorschriften zur Verringerung der Methanverschmutzung durch Deponien die Emissionen um 46 Millionen Tonnen erhöhen.

Das sind indes nur einige der wichtigsten Änderungen. Die tatsächliche Erhöhung der Klimaverschmutzung, die sich aus den Maßnahmen der Trump-Regierung ergibt, ist mit ziemlicher Sicherheit weitaus größer. Immerhin haben Präsident Trump und seine Beauftragten in den letzten vier Jahren Dutzende anderer Umweltvorschriften, -praktiken und internationaler Abkommen rückgängig gemacht oder entschärft.

Dazu gehört bekanntlich, dass die USA das wegweisende Pariser Klimaabkommen aufgekündigt haben und darüber hinaus auch Präsident Obamas „Clean Power Plan“, der die Emissionen von Kohle- und Erdgasanlagen begrenzte, durch den abgeschwächten „Affordable Clean Energy Rule“ ersetzen. (vsz)