Umfrage: Mehrheit würde besser ausgebauten ÖPNV öfter nutzen

Der Öffentliche Nahverkehr würde laut einer aktuellen Umfrage von deutlich mehr Menschen genutzt werden, wenn er besser ausgebaut wäre.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 387 Beiträge

Auf dem Land wünschen sich die Befragten eine bessere Anbindung, in der Stadt vor allem günstigere Preise.

(Bild: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang)

Von
  • Martin Franz

Mindestens ein wichtiger Baustein zu einer Verkehrswende schöpft derzeit sein Potenzial nicht aus. Der Öffentliche Nahverkehr ist auf dem Land zu teuer und in der Stadt zu schlecht ausgebaut, ergab eine Umfrage der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Eine Mehrheit der Befragten in Deutschland kann sich grundsätzlich vorstellen, häufiger vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel oder aufs Fahrrad umzusteigen. Allerdings müssen die Voraussetzungen aus Sicht der rund 4000 befragten Haushalte dafür stimmen. Für rund 75 Prozent der Haushalte, die regelmäßig ein Auto nutzen, wäre ein häufigerer Wechsel auf den ÖPNV denkbar. Bei fast 66 Prozent gilt dies fürs Fahrrad. Unterschiede gibt es zwischen Stadt und Land bei den dafür notwendigen Anreizen.

Je ländlicher die Region und je schlechter die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist, desto häufiger wird das Auto genutzt. Auf dem Land ist den Angaben zufolge sowohl der Pkw-Bestand je Haushalt als auch der Anteil der Haushalte, die täglich ein Auto nutzen, etwa doppelt so hoch wie in Großstädten. Im ländlichen Raum würde eine bessere Anbindung bei 71 Prozent der Befragten zu einer stärkeren Nutzung des ÖPNV führen. In den Großstädten dominiert hingegen der Kostenaspekt. Rund 58 Prozent der Haushalte würden bei günstigeren Fahrpreisen demnach öfter auf den Nahverkehr umsteigen.

Keine großen Unterschiede zeigen sich dagegen zwischen Stadt und Land bei der Fahrradnutzung. Voraussetzung für eine stärkere Nutzung ist für mehr als die Hälfte der Haushalte eine bessere Infrastruktur (Städte mehr als 50, Landgemeinden gut 48 Prozent). Fast die Hälfte der Befragten (Städte rund 45, Landgemeinden rund 42 Prozent) würde bei einer besseren Kombinierbarkeit mit dem ÖPNV das Rad häufiger nutzen. Die Anschaffung eines E-Bikes könnte für insgesamt fast 28 Prozent der Haushalte ein Anreiz für einen Umstieg sein. Das Fahrrad habe somit auch auf dem Land Potenzial, eine tragende Säule der Verkehrswende zu werden, hieß es in der KfW-Studie.

Lesen Sie dazu auch einen Kommentar

Das KfW-Energiewendebarometer ist eine jährlich erscheinende repräsentative Befragung von etwa 4000 in Deutschland ansässigen privaten Haushalten zu Entscheidungen und Einstellungen rund um das Thema Klimaschutz. Gefragt wurde unter anderem:

Unter welchen der folgenden Bedingungen würden Sie persönlich anstelle des Autos häufiger öffentliche Verkehrsmittel nutzen?

Unter welchen der folgenden Bedingungen würden Sie anstelle des Autos häufiger das Fahrrad nutzen?

(mfz)