VW ID.4 GTX: Das Elektro-SUV bekommt deutlich mehr Leistung

VW legt eine besonders flotte Version des ID.4 mit dem Kürzel GTX nach. 220 kW leisten die beiden Elektromotoren, dazu kommt eine nachgeschärfte Verpackung.

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VW ID.4 GTX

Etwas mehr als 50.000 Euro verlangt VW für den schnellsten ID.4. Davon kann noch die Subventionierung abgezogen werden.

(Bild: VW)

Von
  • Martin Franz

VW hat die ID.4-Familie um ein Modell mit mehr Leistung erweitert. Bisher war bei 150 kW Schluss, im ID.4 GTX sind es nun maximal 220 kW – sofern einige Rahmenbedingen gegeben sind. Denn VW weist im Kleingedruckten darauf hin, dass für die volle Leistung die Temperatur zwischen 23 und 50 Grad Celsius und der Batterieladestand bei oberhalb von 88 Prozent liegen muss. Dann kann für bis zu 30 Sekunden die Höchstleistung abgerufen werden.

Was danach möglich ist, dazu hüllt sich VW in Schweigen. Vermutlich wird es immer noch mehr als nur genug sein, um das deutlich mehr als zwei Tonnen wiegende SUV flott zu beschleunigen. VW nennt in den technischen Daten eine Zeit von 6,2 Sekunden im Standardsprint und eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Zum Vergleich: Der bisher schnellste ID.4 erreicht dieses Tempo ebenfalls, braucht aber für den Spurt auf 100 km/h aus dem Stand 8,5 Sekunden.

Das neue Topmodell wird ausschließlich mit der größten, 486 kg schweren Batterie des Modularen Elektrobaukastens angeboten. Der nutzbare Energiegehalt liegt bei 77 kWh, die Reichweite im WLTP gibt VW mit bis zu 480 km an. Wer gehofft hatte, dass VW die Präsentation des ID.4 GTX nutzt, um ein Upgrade der Ladeleistung zu verkünden, wird enttäuscht. Es bleibt bei 125 kW an Gleichstrom und 11 kW an Wechselstrom. Letzteres dürfte auch weiterhin Bestand haben, an der Schnellladefähigkeit wird derzeit offenbar gearbeitet.

Hier hat Hyundai mit Ioniq 5 und Kia EV6 aktuell einen erheblichen Vorteil: Mit ihrem 800-Volt-Netz können sie schneller laden – eine höhere Spannung bedeutet letztlich, dass die Stromstärke sinken kann, ohne dass die Leistung einbricht. Das wird man in Wolfsburg nicht kurzfristig kopieren können, eine etwas höhere Ladeleistung sollte aber möglich sein.

Der Innenraum des ID.4 wirkt weniger frugal als der des kleineren ID.3.

(Bild: VW)

Der ID.4 GTX startet auch deshalb in ein schwieriges Umfeld. Der Hyundai-Konzern macht nicht nur allen ein vergleichsweise flottes Ladeangebot, sondern will auch jene bedienen, die es ganz besonders eilig haben. Mit 430 kW, in alter Währung sind das 585 PS, spielt der Kia EV6 GT in einer ganz anderen Liga – und das nicht in einer fernen Zukunft, sondern ab dem zweiten Halbjahr 2021.

20-Zoll-Felgen und Matrix-Licht sind im neuen Topmodell serienmäßig.

(Bild: VW)

Der ID.4 GTX ist etwas früher dran: Er soll ab dem Sommer ausgeliefert werden. Der Grundpreis liegt bei 50.415 Euro. Da der Nettolistenpreis über 40.000 Euro liegt, gibt der Steuerzahler "nur" 5000 Euro dazu, von VW kommen 2500 Euro. Abgezogen werden darf noch die Mehrwertsteuer auf den Herstelleranteil. Serienmäßig sind unter anderem 20-Zoll-Felgen, Navigationssystem und Matrix-Licht. Weitere Extras packt VW in Pakete, einzelne Ausstattungsoptionen gibt es kaum.

(mfz)