VW-Projekt "Trinity" soll Maßstäbe setzen – ab 2026

In fünf Jahren soll in Wolfsburg eine batterieelektrische Limousine vom Band laufen, mit der Volkswagen vieles anders machen möchte als bisher.

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VW Trinity

Ab 2026 soll das Projekt Trinity in ein Serienmodell münden.

(Bild: VW)

Von
  • Martin Franz

Es dürfte in Wolfsburg für eine gewisse Unruhe gesorgt haben, welche Antworten die Konkurrenz auf den mit so vielen Hoffnungen gestarteten Modularen Elektrobaukasten hat. Das Interesse am Hyundai Ioniq 5 war nicht nur bei uns gewaltig, und es ist kaum anzunehmen, dass Hyundai, zu dessen Firmenportfolio auch Kia gehört, es bei einem Modell auf dieser Basis belässt. Vielmehr dürfte rasch eine ganze Reihe von Elektroautos auf den Markt kommen, die auf 800 Volt setzen. Volkswagen muss darauf reagieren, denn der Modulare Elektrobaukasten ist für den Konzern zu wichtig.

Kurzfristig lässt sich das nicht einfach umstellen, also treten die Verantwortlichen in Wolfsburg eine Flucht in die Zukunft an. Ab 2026 soll in Wolfsburg eine batterieelektrische Limousine vom Band laufen, die bislang nur den Projektnamen "Trinity" hat. Ralf Brandstätter, CEO der Marke VW im Volkswagen-Konzern, verspricht allerhand. Das Modell werde Maßstäbe setzen bei Reichweite und Digitalisierung, Laden werde so schnell möglich sein wie heute Tanken. Das dürfte ein überdeutliches Zeichen dafür sein, dass Volkswagen die bislang nur in teuren Modellen verfügbare 800-Volt-Technik auch in weniger kostspieligen anbieten will.

Das Thema autonomes Fahren soll einer breiten Käuferschaft eröffnet werden. Zum Serienstart soll verfügbar sein, was derzeit vom Gesetzgeber maximal erlaubt ist. Sechs Level sind definiert, von null bis fünf. Der Trinity soll Level zwei beherrschen und auf Level vier vorbereitet sein. "Wir nutzen unsere Skaleneffekte, um autonomes Fahren vielen Menschen verfügbar zu machen und ein lernendes, neuronales Netzwerk aufzubauen. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für den kontinuierlichen Datenaustausch unserer Fahrzeugflotte – etwa zur Verkehrslage, Hindernissen oder Unfällen", so Brandstätter. Da bis dahin noch ein paar Jahre ins Land gehen, ist durchaus denkbar, dass der Gesetzgeber die alles andere als triviale Frage löst, welche Rahmenbedingungen er für autonom fahrende Fahrzeuge im Detail setzen will.

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Verändern will Volkswagen auch die Produktionsprozesse, die enger vernetzt werden sollen als das bisher der Fall war. Damit wird auch die Vielfalt an Varianten und einzelnen Ausstattungsoptionen verschwinden. Das heißt nicht etwa eine Verkleinerung der möglichen Optionen an sich. Wie andere Hersteller auch will Volkswagen vieles in jedes Fahrzeug einbauen und sich nur die Freischaltung bezahlen lassen – sei es nun einmalig oder, für den Konzern noch lukrativer, gegen eine monatliche Zahlung. Für den Kunden hat das den Vorteil, dass Funktionalitäten auch bei einem Gebrauchtwagen auf Wunsch freigeschaltet werden können statt sie – falls überhaupt möglich – teuer nachrüsten zu müssen.

(mfz)