VW wird CO2-Flottengrenzwert knapp verpassen

Volkswagen arbeitet mit Hochdruck an der Einhaltung des Flottengrenzwertes, wird ihn aber voraussichtlich verpassen.

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(Bild: Volkswagen AG)

Von
  • Martin Franz
  • dpa

Volkswagen wird die europäischen CO2-Flottenvorgaben mit seiner Autoflotte in diesem und wohl auch im nächsten Jahr voraussichtlich nicht erreichen. Milliardenstrafen der EU könnten die Folge sein. „Wir arbeiten jetzt unter Hochdruck daran, so nah wie möglich an die Ziele heranzukommen“, sagte Konzernchef Herbert Diess der Wirtschaftswoche. 2021 werde es dann wegen der erhofften stärkeren Marktdurchdringung von E-Autos „einfacher“ werden. „Ab 2022 sollten wir keine Probleme mehr haben, die Flottenziele zu erreichen.“

Diess hatte bereits angedeutet, dass die Abgasvorgaben aus Brüssel vorerst knapp gerissen werden. Von den Grenzwerten sei man „ein Gramm oder so“ entfernt, sagte er Anfang November. „Wir haben noch nicht aufgegeben, aber es wird sehr eng, die Flottenziele zu erreichen.“ Zwar hat VW im jetzt auslaufenden Jahr auch neue Elektroautos wie den ID.3 gestartet, weitere Modelle wie der global wichtige ID.4 sind in Vorbereitung. Bisher gelingt es mit den relativ geringen Stückzahlen aber nicht, die teils hohen CO2-Werte größerer Autos auszugleichen.

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Schon 2020 müssen Autohersteller in der EU einen Grenzwert von rund 95 Gramm ausgestoßenem Kohlendioxid je gefahrenem Kilometer im Schnitt ihrer neu verkauften Fahrzeuge einhalten. Der Grenzwert ist nicht für jeden Hersteller gleich, sondern richtet sich nach dem Durchschnittsgewicht der verkauften Fahrzeuge. Zudem durften die durstigsten fünf Prozent aus der Bilanz genommen werden. Diese Übergangsregelung entfällt 2021.

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In der EU-Kommission gibt es Überlegungen, die Regeln in den kommenden Jahren weiter zu verschärfen. Sie sollten dann nicht nur für CO2, sondern auch für Stickoxide, gelten, so die Überlegung. Diess sagte der Wirtschaftswoche, man habe bei VW „relativ spät damit begonnen“, die eigene Flotte umzustellen. Bis 2025 steckt der Konzern nun insgesamt 35 Milliarden Euro allein in die E-Mobilität.

Der Volkswagen-Konzernchef hatte zuvor erklärt, dass er den Gesamtkurs der EU-Kommission für weitere CO2-Senkungen unterstützt. Es könnten aber erhebliche Umbaukosten entstehen. „Wenn Brüssel von uns eine noch schnellere Gangart fordert, dann muss man sagen: Vor 2025 werden wir nicht wesentlich schneller sein können, weil es nicht genügend Batterien gibt“, meinte er nun. „Zwischen 2025 und 2030 dagegen könnten wir noch zulegen.“

Volkswagen prüft inzwischen, ob die eigene Klimastrategie bis zum Jahr 2030 entsprechend korrigiert werden muss. Noch ist nicht klar, ob es im Fall einer weiteren Verschärfung der EU-Ziele hinreichende Kapazitäten für einen schnelleren Hochlauf der E-Flotte gibt.

(mfz)