Verkehrswende: Webasto testet Lieferung per Bahn für Werk Neubrandenburg

Bei Bahntransport auf 95 Prozent der Wege, die bisher Lastwagen zurücklegten, könne bei gleichen Kosten die Hälfte des bisher emittierten CO2 eingespart werden.

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Zugbildungsanlage in Halle (Saale) – hier finden Waggons zu Güterzügen zusammen.

(Bild: Bahn AG)

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  • dpa

Der Autozulieferer Webasto will Standheizungen künftig weniger umweltbelastend produzieren und testet dafür Bahntransport von und nach Neubrandenburg. Wie das Unternehmen heute mitteilte, sind an dem Projekt das Werk und zwei besonders wichtige Lieferanten aus Süddeutschland und Tschechien beteiligt. Die Neubrandenburger Firma mit rund 800 Beschäftigten ist die einzige Standheizungsproduktion der Webasto-Gruppe in Europa und hat direkte Bahnanbindung.

Bis Mitte Dezember laufe ein Praxistest. Von Neubrandenburg rollen leere Transportbehälter zu den Lieferanten, die diese mit den benötigten Komponenten befüllen und zurück nach Neubrandenburg schicken. Der Bahntransport ersetze 95 Prozent dieser bis zu 1400 Kilometer langen Wege, die bisher Lastwagen zurücklegten. Für fünf Prozent seien noch Lkw nötig, da die Lieferanten keine direkten Gleisanbindungen hätten. Es könne die Hälfte des bisher ausgestoßenen Kohlendioxids eingespart werden, bei gleichen Kosten. Nach dem Test soll entschieden werden, wie es weitergeht. Ab Mitte 2022 sei ein Regelbetrieb denkbar.

Mit diesem Vorgehen stellt sich Webasto gegen einen Trend, immer mehr Fracht auf die Straße zu verlagern. Anfang vergangenen Jahres hat deshalb die IHK eine Verkehrswende gefordert.

Webasto mit Sitz in Stockdorf bei München hat nach eigenen Angaben elf Werke weltweit, 14.000 Mitarbeiter und gilt als Marktführer bei Panorama- und Schiebedächern sowie Standheizungen.

(fpi)