Volkswagen scheint Frühjahrs-Einbruch überwunden zu haben

Die Vierteljahreszahlen von Volkswagen zeigen eine Erholung nach dem Einbruch wegen der Covid-19-Pandemie. VW hofft nun auf schwarze Zahlen zum Jahresabschluss.

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Immerhin schwarze Zahlen zum Jahresabschluss scheinen erreichbar für Volkswagen.

(Bild: VW)

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  • dpa

Volkswagen bekommt die Folgen des Einbruchs durch die Covid-19-Pandemie offenbar langsam in den Griff. Nach drastischen Rückgängen im Frühjahr meldete der weltgrößte Autohersteller am Donnerstag (29. Okt. 2020) für Juli bis September eine bessere Geschäftsentwicklung. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn erreichte demnach im dritten Quartal 2020 knapp 2,6 Milliarden Euro. Zwischen April und Juni musste Volkswagen hier noch einen Verlust von rund 1,6 Milliarden Euro verbuchen.

Auch bei Umsatz, Auslieferungen und im laufenden Geschäft entspannte sich die Lage. Verglichen mit den Vorjahreswerten macht sich die Pandemie wegen der insgesamt noch zurückhaltenden Nachfrage der Kunden aber weiter deutlich bemerkbar. Den Ausblick auf das Gesamtjahr bestätigte Volkswagen, vor Zinsen und Steuern will der Konzern vor und nach Sondereffekten einen Gewinn erreichen – allerdings wird er "gravierend" unter dem Vorjahr liegen.

Die am Vortag sehr schwache VW-Aktie legte nach dem Handelsstart am Donnerstag 1,4 Prozent auf 127,32 Euro zu. Die im Dax notierte Vorzugsaktie büßte seit Jahresanfang mehr als ein Viertel ihres Werts ein und ist damit der schwächste Wert der deutschen Autohersteller. Im Corona-Tief war der Kurs bei unter 80 Euro sogar deutlich unter das Tief im Herbst 2015 nach Bekanntwerden des Abgasbetrugs gerutscht, hat sich danach aber wieder deutlich erholt.

Vor allem im April hatten infolge der ersten Lockdowns in vielen Ländern die Bänder stillgestanden, auch Autohäuser waren vielerorts geschlossen. Inzwischen konnte Volkswagen den aufgelaufenen Rückstau in den Lagern zu großen Teilen abarbeiten und auch dank der erhöhten sogenannten Innovationsprämie für Hybrid- sowie Elektroautos wieder mehr Fahrzeuge verkaufen.

Der Umsatz lag im dritten Jahresviertel mit etwas mehr als 59 Milliarden Euro zwar um 3,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau – das ist mittlerweile aber eine merkliche Verbesserung zur Lage im Vorquartal, als ein Absturz um 37 Prozent im Vergleich zu 2019 verzeichnet wurde. Die Auslieferungen lagen konzernweit zuletzt noch um 1,1 Prozent im Minus, was jedoch nach dem Abrutschen um fast ein Drittel im zweiten Quartal ebenfalls einer klaren Stabilisierung entsprach.

Das operative Ergebnis lag im dritten Quartal bei 3,18 Milliarden Euro und damit rund ein Drittel unter dem bereinigten Wert aus dem Vorjahr. Damit traf Volkswagen im Wesentlichen die Schätzungen von Analysten, im Umsatz übertraf sie der Konzern sogar etwas. Die Quartalszahlen hätten die zuletzt gestiegenen Erwartungen leicht übertroffen, schrieb Jefferies-Analyst Philippe Houchois, die Entwicklung verlaufe aber vergleichsweise gedämpft.

Man sehe inzwischen eine "spürbare Erholung", erklärte Volkswagen. Jedoch ist die Entwicklung 2020 aufgrund der schwachen Nachfrage weiter kritisch: Der Umsatz lag nach drei Vierteln des Jahres bei 155,5 Milliarden Euro und damit 16,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau, bei den Auslieferungen an die Kunden verbuchte der Konzern bis Ende September insgesamt ein Minus von 18,7 Prozent auf rund 6,5 Millionen Fahrzeuge. Für den September selbst hatte der Konzern zuletzt aber wieder von einer leichten Absatzsteigerung berichtet.

"Das Geschäft des Volkswagen-Konzerns bleibt nach neun Monaten stark von der Covid-19-Pandemie beeinträchtigt", erklärte Finanzvorstand Frank Witter. Gleichzeitig gebe es aber eine "deutliche Erholungstendenz" im dritten Quartal. Volkswagen hatte bereits angekündigt, ungeachtet der heiklen Lage auf den internationalen Automärkten dieses Jahr noch in den schwarzen Zahlen abschließen zu wollen.

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Auch die Kernmarke VW Pkw konnte im dritten Quartal bereits wieder einen operativen Gewinn einfahren. Nach dem Milliardenverlust im zweiten Jahresviertel erzielte das Herzstück des Konzerns zwischen Juli und September im laufenden Geschäft ein Ergebnis von gut einer halben Milliarde Euro. Die Marke verdiente auf dieser Basis zwar rund 40 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im zweiten Quartal hatte sie aber noch einen Verlust von knapp zwei Milliarden Euro verbucht.

(fpi)