Volvo XC40 Recharge T4: Plug-in-Hybrid ohne Spareffekt

Volvo bietet einen weiteren Plug-in-Hybrid im XC40 an. Der Neue ist jedoch kaum günstiger als der T5 und leistet weniger bei gleichem Verbrauch.

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(Bild: Volvo)

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Volvo baut die Alternativen zum alleinigen Verbrennen von Öl im XC40 weiter aus. Als Elektroauto kommt er im Herbst 2020 auf den Markt, als Plug-in-Hybrid mit 192 kW (262 PS) Systemleistung gibt es ihn schon. Nun schiebt Volvo mit dem XC40 Recharge T4 einen schwächeren Plug-in-Hybrid nach. Die Idee an sich ist nicht schlecht, hier stellt sich allerdings die Frage, wozu das gut sein soll.

Die technische Basis bleibt grundsätzlich gleich. Der E-Motor bietet 60 kW und 160 Nm Drehmoment bereit. Den Part des Verbrenners übernimmt wie im XC40 Recharge T5 auch hier ein aufgeladener 1,5-Liter-Dreizylinder, der im Recharge T4 maximal 95 kW (129 PS) aufbringt. Das ist deutlich weniger als er im T5 abliefert, dort werden 132 kW (180 PS) genannt. Beim Drehmoment sind die Unterschiede mit 245 zu 265 Nm deutlich geringer. Der E-Motor ist im Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe untergebracht. Den Aufwand einer elektrifizierten Hinterachse spart sich Volvo.

Bei den Fahrleistungen deutet die Differenz im Standardsprint an, dass der schwächere XC40 ein gutes Stückchen weniger temperamentvoll ist. Mit 8,5 Sekunden bleibt er 1,2 Sekunden hinter dem T5 zurück. Die Höchstgeschwindigkeit ist seit Mai 2020 bei Volvo auf 180 km/h beschränkt – das schaffen beide locker.

Mit weniger Leistung sollte ein geringerer Verbrauch verbunden sein. Doch dem ist im XC40 nicht so. Beide Plug-in-Hybride sind im WLTP mit 2 bis 2,4 Litern angegeben. Auch der Stromverbrauch ist mit 15,7 bis 16,8 kWh/100 km identisch. Die Batteriekapazität ist mit 10,7 kWh angegeben, von denen sich 8,5 kWh nutzen lassen. Die E-Reichweite im WLTP liegt laut Preisliste bei 42 bis 45 Kilometern.

Volvo XC40 Recharge T4 (6 Bilder)

Volvo schafft eine weitere Alternative zum Diesel, zu dem im XC40 bisher rund die Hälfte aller Kunden griff. Ob der neue Plug-in-Hybrid ein Bestseller wird, darf jedoch bezweifelt werden.

Das interne Ladegerät ist einphasig ausgelegt. Maximal sind knapp 3,7 kW Ladeleistung möglich, die sich allerdings nur an einer Wallbox nutzen lassen. Der mitgelieferte Ladeblock ist mit 10 Ampere abgesichert, hier ist demzufolge bei 2,3 kW Ladeleistung Schluss – ein Weg, den fast alle Hersteller derzeit so gehen, um die normalen Steckdosen nicht zu überfordern. Die Ladezeit liegt dann laut Volvo bei 5 Stunden, mit 3,7 kW sollen es 3 Stunden sein.

Weniger Temperament, gleicher Verbrauch – setzt Volvo wenigstens beim Preis einen Anreiz? Nein, der T4 kostet gerade einmal 1100 Euro weniger als der T5. Bei Listenpreisen ab 48.450 Euro für den T4 dürfte dieser Vorteil für die meisten Interessenten kaum eine Rolle spielen. Volvo dürfte sich zudem mit der Kalkulation keine Freunde gemacht haben, denn der Nettolistenpreis liegt mit 40.714,29 Euro haarscharf oberhalb einer Fördergrenze der BaFa, ab der die gesamte Förderungssumme von 4500 auf 3750 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer auf den Herstelleranteil sinkt.

Von 13.102 verkauften XC40 hatten 2019 übrigens 6419 auf einen Dieselmotor. Mit 59,5 Prozent war der gewerbliche Anteil vergleichsweise gering. Immerhin: Für die Dienstwagen-Klientel könnte der neue Plug-in-Hybrid interessant sein, wenngleich die 1100 Euro, die hier weniger versteuert werden müssen, in dieser finanziellen Liga vermutlich auch nicht ausschlaggebend sein werden – zumal hier nur 0,5 Prozent anfallen. Doch für einen Diesel mit ähnlich viel Leistung muss ein Prozent des geldwerten Vorteils versteuert werden – bei einem fast gleichen Listenpreis könnte das gewerbliche XC40-Interessenten, die bisher zum Diesel griffen, ins Grübeln bringen. Zudem erfüllen die Hybride schon die Abgasnorm Euro 6d, die Selbstzünder werden aktuell noch mit der Euro 6d-Temp ausgeliefert. (mfz)