Volvo und Daimler entwickeln Brennstoffzellen für Lkw gemeinsam

Daimler und Volvo wollen sich die teure Entwicklung von Brennstoffzellen in Lkw künftig teilen. Dieser Schritt erscheint logisch

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Montagelinie von Mercedes für eine Brennstoffzellen-Antriebseinheit in Kirchheim-Nabern. Aktuell hat Daimler im Pkw-Bereich den Mercedes GLC F-Cell (Test) im Sortiment.

(Bild: Daimler)

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Daimler und Volvo wollen bei der Entwicklung von Brennstoffzellen-Antrieben für Lkw zusammenarbeiten. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts sollen schwere Nutzfahrzeuge für den Fernverkehr zur Serienreife gebracht werden, wie beide Hersteller am Dienstag (21. April 2020) mitteilten. Dazu werde ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das beiden Partnern jeweils zur Hälfte gehören wird. Daimler-Truck-Chef Martin Daum sprach in einer Mitteilung von einem „Meilenstein, um brennstoffzellenbetriebene Lkw und Busse nun auf unsere Straßen zu bringen“.

„Mit der Gründung dieses Joint Ventures zeigen wir deutlich, dass wir an die mit Wasserstoff angetriebene Brennstoffzelle für Nutzfahrzeuge glauben“, betonte der Chef der Volvo Group, Martin Lundstedt. Damit sie funktioniert, müssten allerdings noch weitere Unternehmen und Institutionen die Entwicklung unterstützen, nicht zuletzt, um die notwendige Infrastruktur aufzubauen, um Brennstoffzellen-Fahrzeuge auch betanken zu können.

Daimler will den Angaben zufolge alle seine bisherigen Aktivitäten rund um die Brennstoffzelle bündeln und dann in das neue Unternehmen einbringen. Die Volvo Group wiederum soll dann für etwa 600 Millionen Euro die Hälfte daran kaufen. Ganz in trockenen Tüchern ist die Zusammenarbeit allerdings noch nicht. Die vorläufige Vereinbarung, die beide Partner unterzeichnet haben, ist nicht bindend. Der endgültige Vertrag kommt erst noch und steht unter dem Vorbehalt der Wettbewerbsbehörden. Das Gemeinschaftsunternehmen mit Volvo soll sich auch noch mit anderen Anwendungsmöglichkeiten befassen. Grundsätzlich blieben die Daimler Truck AG und die Volvo Group aber Konkurrenten, hieß es.

Grundsätzlich ist eine Zusammenarbeit von Daimler und Volvo nicht überraschend. Großaktionär bei beiden ist der Gründer des chinesischen Autokonzerns Geely, der Milliardär Li Shufu, der schon mehrere Kooperationen vorangetrieben hat. Daimlers Kleinwagenmarke Smart etwa wird künftig in Zusammenarbeit mit Geely in China produziert.

Beide Seiten betonten, dass die Bündelung ihrer Kräfte die Entwicklungskosten senken und die Markteinführung von schweren Langstrecken-Lkw mit Brennstoffzellen beschleunigen werde. Daimlers Lastwagensparte kämpft mit dem Gegenwind der weltweit nachlassenden Konjunktur und setzt für die kommenden Jahre vor allem auf mehr Effizienz.

Spartenchef Daum will die Kosten erheblich senken, um trotz sinkender Verkaufszahlen weiter genug Geld für wichtige, zugleich aber teure Zukunftsprojekte wie die Brennstoffzelle zur Verfügung zu haben.

(mfz)