Vor 60 Jahren: Juri Gagarin fliegt als erster Mensch ins All

Der erste bemannte Flug in den Weltraum ist einer der größten Erfolge der sowjetischen Raumfahrt. Das ist nun 60 Jahre her und wird in Russland gefeiert.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 46 Beiträge
Von
  • Martin Holland

Auf den Tag genau vor 60 Jahren flog Juri Gagarin als erster Mensch in den Weltraum und umrundete die Erde in dem Raumschiff Wostok-1. Für die Sowjetunion war es einer der größten Erfolge beim Wettlauf ins All und der Kosmonaut wurde weltweit zu einem Idol. Gagarins Flug hat die Tür zum Weltraum aufgestoßen. Die russische Weltraumagentur Roskosmos feiert den runden Geburtstag und hat die Sojus-Kapsel, die am Freitag drei Raumfahrer zur ISS gebracht hat, "Juri Gagarin" getauft.

"Sieg des Kommunismus"

(Bild: zefys.staatsbibliothek-berlin.de)

Gagarin war am 9. März 1934 als Sohn einer Bäuerin und eines Tischlers im Dorf Kluschino rund 180 Kilometer westlich von Moskau geboren worden, wo er auch aufwuchs. Er begann eine Ausbildung zum Gießer und musste dann 1955 zur Armee, wo er sich zum Kampfpiloten ausbilden ließ. Hart trainierte er dann für den streng geheimen Flug, aber nicht ohne etwas Humor. "Ich weiß nicht, wer ich bin: der erste Mensch oder der letzte Hund im Weltall", sagte er über die Ausbildung. Vor ihm hatte die Sowjetunion immer wieder Hunde ins All geschickt – viele kamen dabei um. Sein Flug sollte ihn stattdessen zum "ersten Pop-Star des Ostblocks" machen.

Am 12. April 1961 ging es dann mit der Schubkraft von rund 20 Millionen PS los: Gagarin brüllt sein legendäres "Pojechali!" – "Auf geht‘s!" ins Bordmikrofon. Der Kosmonaut kauert dabei in der kleinen Raumkapsel und umrundet die Erde schließlich in etwas über 100 Minuten. Der damals 27-Jährige landet schließlich auf einem Acker an der Wolga und erschrickt dort eine Waldarbeiterin. Die Ingenieure hatten sich beim Landeplatz gründlich verrechnet. Der Flug macht ihn unsterblich und sein Charme zu einem Liebling auch außerhalb des Ostblocks. Gagarin reist als "Botschafter des Friedens" um die Welt und bringt der Sowjetunion jede Menge Sympathien ein.

Im russischen Weltraumbahnhof Baikonur wurde das Jubiläum unter anderem mit einem Flashmob gefeiert...

(Bild: Roscosmos)

... Die Teilnehmer formten seinen Ausspruch "Pojechali!" und ließen sich aus dem All fotografieren.

(Bild: Roscosmos)

Die UdSSR weiß um den Wert ihres Vorzeigehelden und aus Sorge um seine Gesundheit wird er nicht für weitere Flüge ins All eingeteilt. Doch Gagarin will wieder ins All und lässt nicht locker. Nach dem Absturz von Wladimir Komarow, der 1967 als erster Mensch bei einer Weltraummission ums Leben kam, fühlten sich seine Vorgesetzten bestätigt. Gagarin durfte als Fluglehrer nur noch Flugzeuge fliegen. Bei einem Testflug eines Jagdflugzeugs am 27. März 1968 kam der erste Mensch im All mit seinem Co-Piloten ums Leben. Gagarin war damals nur 34 Jahre alt. Nach ihm wurde unter anderem das russische Kosmonautentrainingszentrum benannt.

(mho)