Vorstellung Mercedes C 300e Plug-in-Hybrid: Lädt schneller, fährt weiter

Mit einer vergleichsweise großen Batterie und der Option auf schnelles Laden will Mercedes den Plug-in-Hybrid in der neuen C-Klasse praxistauglich machen.

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Mercedes C-Klasse S206

Die fünfte Generation der Mercedes C-Klasse wurde heute enthüllt.

(Bild: Daimler)

Von
  • Martin Franz

Mercedes gehört zu den wenigen Herstellern, die Plug-in-Hybride auf eine Zeit vorbereiten, in der sie nicht mehr mit Subventionen überhäuft werden. Denn um sich am Markt dauerhaft ohne diese behaupten zu können, braucht es eine nennenswerte Reichweite und die Option, bei Bedarf – bezogen auf den Energiegehalt – schnell nachladen zu können. Genau diese Kombination bietet Mercedes in der neuen C-Klasse an, die gerade vorgestellt wird.

Schon die reinen Eckdaten deuten an, dass Mercedes weit über das hinausgegangen ist, was der Gesetzgeber für bestimmte Vergünstigungen als Mindestmaß voraussetzt. Die Batterie hat einen Energiegehalt von 25,4 kWh. Genaue Verbrauchswerte lagen bei Redaktionsschluss dieses Artikels noch nicht vor, doch immerhin einen Wert nennt Mercedes schon: Im WLTP soll eine Reichweite von rund 100 Kilometern möglich sein. Die 96 Zellen der Batterie im Pouch-Format schränken zudem den Kofferraum deutlich weniger ein als im Vorgänger. Das Volumen wuchs zwar nur um 45 auf nun 360 Liter, doch der störende Kasten, der die Nutzung bislang einschränkte, ist verschwunden – ganz so, wie schon im CLA 250e.

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Bei der Aufladung des Speichers macht Mercedes einen riesigen Schritt. Serienmäßig ist ein dreiphasiges Ladegerät. Wer sich also, möglicherweise angeregt von der aktuellen Förderung der KfW, eine Wallbox zulegt, kann die maximale Ladeleistung von 11 kW mit diesem Plug-in-Hybrid komplett ausschöpfen – das können momentan nicht einmal alle batterieelektrischen Autos. Die Ladezeit dürfte damit bei etwas mehr als zwei Stunden liegen. Gegen Aufpreis gibt es die Möglichkeit, den C 300e mit bis zu 55 kW an Gleichstrom zu laden. In rund einer halben Stunde ist die Batterie auf diesem Weg komplett voll, verspricht Mercedes. Damit wird möglich, was fast allen Plug-in-Hybriden derzeit fehlt: Die Option, beispielsweise beim Einkaufen nebenbei eine relevante Reichweite nachladen zu können.

An anderer Stelle bleibt Mercedes im gewohnten Rahmen. Die Systemleistung liegt mit 230 kW (313 PS) so hoch, dass mit einem üppigen Einstiegspreis zu rechnen ist. Mercedes hat keine Veranlassung, sich mit einer Subventionierung des Plug-in-Hybrids das Geschäft mit den Verbrennungsmotoren vorzeitig zu zerstören. Im absehbaren Motorenportfolio ist der C 300e das vorerst stärkste Modell. Die AMG-Ausführungen bekommen einen eigenen Vorstellungstermin.

Der Benziner im Plug-in-Hybrid stammt aus der Baureihe M 254, hat vier Zylinder und hier zwei Liter Hubraum. 150 kW leistet er schon allein, der E-Motor steuert bis zu 95 kW hinzu. Das Drehmoment des Verbrenners nennt Mercedes nicht, im Verbund sollen maximal 550 Nm bereitstehen. Der E-Motor wirft 440 Nm ins Rennen. Zur Erinnerung: Leistung und Drehmoment addieren sich im Plug-in-Hybridantrieb nicht zwangsläufig, weil Verbrennungs- und Elektromotoren ihre Peaks bei unterschiedlichen Drehzahlen abliefern.

Den elektrischen Streckenanteil soll eine intelligente Vernetzung erhöhen. So fließen unter anderem Navigationsdaten, Topografie, Tempolimits und die aktuelle Verkehrslage für die geplante Route ein – die Elektronik nutzt die Streckenkenntnis also, um beide Antriebe möglichst optimal einzusetzen. Das machen inzwischen einige Hersteller so. Neu bei Mercedes ist ein Gaspedal, das im E-Betrieb einen vom Fahrer fühlbaren Druckpunkt erzeugt. Überwindet der Fahrer diese Schwelle, holt er den Benziner dazu. Dieses sogenannte haptische Feedback soll es dem Fahrer erleichtern, im E-Modus zu bleiben.

Mehr über die neue Mercedes C-Klasse erfahren Sie in diesem Artikel.

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(mfz)