Vorstellung: Mercedes E 63 AMG

Mercedes bietet die E-Klasse wieder mit einem kräftigen V8 an und lässt dem Kunden die Wahl zwischen Limousine und Kombi.

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Von
  • Martin Franz

Nun also doch: Manch einer hätte es womöglich als charakterlicher Größe angesehen, sich aus dem Wettrüsten in der gehobenen Mittelklasse zu verabschieden. Doch Mercedes und sein Ableger AMG haben sich anders entschieden. Bei der Vorstellung der überarbeiteten Version der Mercedes E-Klasse wurden neue Motoren bis hin zum E 53 AMG vorgestellt – mit 336 kW (457 PS) wahrlich schon nicht schlecht bestückt. Nun folgt das Gegenstück zu BMW M5 und Audi RS6 – der Mercedes E 63 AMG.

Der grundsätzliche Antriebsaufbau der drei ähnelt sich: Ein aufgeladener V8 mit rund vier Litern Hubraum, dazu wird alternativlos Allradantrieb gereicht. Unterschiede werden bei der Umsetzung deutlich: [Update 25. Juni 2020] Audi und BMW setzen auf eine gewöhnliche Wandlerautomatik, Mercedes bietet als technischen Leckerbissen das Sportgetriebe. Dazu wurde der Wandler der bewährten 9G-TRONIC gegen eine nasse Mehrscheibenkupplung ersetzt. Ohne Wandlerschlupf bietet das Getriebe so eine direkte Rückmeldung aufs Fahrpedal ähnlich einem manuelle Getriebe und spontane Gangwechsel. [/Update] Wie BMW bietet auch Mercedes die stärksten Ableger in zwei Varianten an: Der E 63 AMG bietet 420 kW (571 PS) und 750 Nm, der E 63s AMG bleibt mit 450 kW (612 PS) nur minimal hinter dem M5 Competition, hat mit 850 Nm aber mehr Drehmoment parat.

In 3,4 Sekunden ist bestenfalls der Sprint auf Tempo 100 erledigt, wer hier dranbleiben mag, muss schon einiges mitbringen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Das alte Gentlemans-Agreement, in dem sich Hersteller darauf geeinigt haben, dass dieses Tempo wohl ausreichend ist, ist allerdings schon länger brüchig. Bei allen drei Herstellern kann der zahlungsbereite Interessent die künstliche Sperre beseitigen lassen – ganz legal ab Werk. Dann sind in der E 63-Limousine maximal 300, im Kombi bis zu 290 km/h möglich.

Mercedes E63 AMG (12 Bilder)

Mercedes legt noch einmal nach: Der E 63 AMG ist erheblich kräftiger als der E 53 AMG.

Den Verbrauch gibt Mercedes mit 11,6 bis 11,9 Litern an. Wie bei der Konkurrenz gilt auch hier: Wer den E 63 AMG von der Leine lässt, dürfte eher mit 14 plus X Litern rechnen. Ein Zwei-Tonnen-Auto derart beschleunigen zu können, bedingt ein gewaltiges Potenzial, was gespeist – oder viel mehr getränkt – werden will. Anders als BMW setzt Mercedes wenigstens von Anfang an im überarbeiteten E 63 AMG auf die Abgasnorm Euro 6d.

Mercedes nannte vorab noch keine Preise, doch mit rund 125.000 Euro aufwärts darf gerechnet werden. Eine umfangreiche Fein-Lederbespannung, eine „Carbon“-Bremsanlage und ein vorzügliches Soundsystem von Burmester sind nur drei kostspielige Zutaten aus einer langen Liste, mit der sich ein E 63 AMG ohne Probleme in Richtung 150.000 Euro ausrichten lässt.

(mfz)