Frontanpassung: Opel Crossland Facelift

Drei Jahre nach dem Start bekommt der ziemlich erfolgreiche Opel Crossland eine kleine Überarbeitung, die allerdings wichtige Bereiche ausspart.

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Von
  • Martin Franz

Die Modellüberarbeitung des Crossland ist offensichtlich, allerdings nicht besonders tiefreichend. Opel hat die Front im Stil des Mokka eingekleidet. Der Crossland ist dabei nur das zweite von zahlreichen Modellen, die damit versehen werden sollen. Der nächste Astra, der schon im kommenden Jahr starten könnte, wird diese Front, die Opel "Vizor" nennt, ebenfalls bekommen.

Der geliftete Crossland bekommt noch andere Rückleuchten und die "sportliche" Ausstattungslinie GS Line+. Sie soll mit schwarzen 17-Zoll-Felgen, einem schwarzen Dach und den anerkannt guten Sportsitzen überzeugen. Alle Crossland-Varianten bekommen ein überarbeitetes Fahrwerk, was für mehr Dynamik gut sein soll. Hoffentlich bedeutet die Umsetzung nicht weniger Komfort durch eine unnachgiebigere Federung.

Ein Allradantrieb ist nach wie vor nicht zu haben, die Plattform gibt das schlicht nicht her. Das ist nicht tragisch, denn Autos wie der Crossland werden vermutlich mehrheitlich für den Großstadt-Dschungel angeschafft. Ab Anfang 2021 ist die neue Traktionshilfe "IntelliGrip" lieferbar, die mit fünf wählbaren Modi ein Weiterkommen sichern soll. Es ist wohl keine allzu gewagte These, dass auch sie aus dem Crossland keinen Gipfelstürmer machen wird.

Opel preist im Beipackzettel eine Reihe von Helfern an, die allerdings allesamt nicht neu im Crossland sind. Müdigkeitserkennung, Spurhalte-, Frontkollisions- und Totwinkel-Warner, Head-up-Display, Parkassistent und intelligenter Tempomat – all das ließ sich schon vor dem Update ordern. Manch einer hätte sich vermutlich über Matrix-Licht gefreut, wie es im neuen Opel Corsa für vergleichsweise kleines Geld zu haben ist.

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Weitgehend unverändert blieb auch das Motorenangebot. Opel kann sich diese Konstanz zumindest bei den Benzinern leisten, denn die erfüllen die ab Januar 2021 als Mindestanforderung geltende Abgasnorm Euro 6d schon seit einiger Zeit. Nur die Dieselmotoren werden von der Euro 6d-Temp auf die aktuell strengste Norm umgestellt. Das Angebot sieht dann wie folgt aus:

Benziner Leistung Getriebe
1.2 61 kW/83 PS 5-Gang-Schatgetriebe
1.2 Turbo 81 kW/110 PS 6-Gang-Schaltgetriebe
1.2 Turbo 96 kW/130 PS 6-Gang-Schaltgetriebe
1.2 Turbo 96 kW/130 PS 6-Gang-Automatik
Diesel
1.5 Diesel 81 kW/110 PS 6-Gang-Schaltgetriebe
1.5 Diesel 88 kW/120 PS 6-Gang-Automatik

Was fehlt, sind Alternativen zum Verbrennen von Kraftstoff. Selbst eine Mildhybridisierung wird es in diesem Crossland nicht geben, von einem Plug-in-Hybrid oder einem batterieelektrischen Antrieb ganz zu schweigen. Hier wird ihm der jüngere Mokka schwer zu schaffen machen, denn die überreichlichen Subventionen rücken den Mokka-e in ein Preisgefüge, dass nicht mehr unvorstellbar weit von dem des Crossland entfernt liegt. Es kann nur einen geben? Das wird sich zeigen, doch die Zeiten werden für den Crossland unruhiger als bisher. Die kleine Frontanpassung ändert daran nichts.

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(mfz)