Vorstellung Toyota Corolla Cross: Sparsames Hybrid-SUV

Toyota bringt im Herbst ein Kompakt-SUV mit weiterentwickeltem Hybridantrieb auf den Markt, der beim Benzinverbrauch konkurrenzlos sein dürfte.

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Toyota Corolla Cross

(Bild: Toyota)

Von
  • Martin Franz

Wollte ein Toyota-Händler die komplette Palette von SUVs und tatsächlich geländetauglichen Modellen zeigen, darf der Verkaufsraum nicht zu knapp bemessen sein. Immerhin sechs Fahrzeuge sind das schon jetzt, binnen Jahresfrist kommen zwei weitere hinzu. Dazu zählen der batterieelektrische bZ 4x als erstes Elektroauto von Toyota und der Corolla Cross, den Toyota nun erstmals zeigt.

Der Corolla Cross sortiert sich von der Größe her zwischen C-HR und RAV4 ein. Er misst insgesamt 4,46 m, zwischen den Achsen sind es 2,64 m. Zum Vergleich: Der VW Tiguan ist 4,51 m lang, sein Radstand beträgt 2,68 m. Die Platzverhältnisse dürften also ähnlich großzügig sein. Angaben zum Kofferraumvolumen gibt es noch nicht, doch auch hier rechnen wir damit, dass der Corolla Cross mindestens 550 Liter fassen wird. Eine verschiebbare Rückbank hat sich Toyota offenbar gespart – schade eigentlich.

Deutlich absetzen von der Konkurrenz wird sich das SUV beim Antrieb. Zum Marktstart im Herbst 2022 soll es zwei Hybridantriebe geben, ein rein batterieelektrischer Strang wie im größeren bZ 4x ist nicht geplant. Toyota hat den Hybridantrieb gegenüber dem "normalen" Corolla mit Zweiliter-Benzin-Hybrid weiterentwickelt. Die Version mit Frontantrieb hat im SUV eine Systemleistung von 146 kW – ein Zuwachs von 14 kW. Die Allradversion hat einen zusätzlichen E-Motor mit 31 kW an der Hinterachse. Für beide nennt Toyota eine Beschleunigung im Standardsprint von 8,1 Sekunden.

Toyota Corolla Cross außen (5 Bilder)

Toyota setzt beim Corolla Cross rundherum ...

Überarbeitet hat Toyota den Antriebsstrang vor allem in zwei Bereichen. Offenbar ist es gelungen, den Planetenradsatz reibungsärmer zu machen. Das Öl im Getriebe wird nun anders geführt und ist nochmals dünnflüssiger. Die Fortschritte bei der Batterie dürften nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass global in den Bereich der Zellenentwicklung für Traktionsbatterien viel Geld fließt. Toyota spricht davon, dass die neue Batterie leistungsstärker und 40 Prozent leichter als bisher geworden sei.

Der Hauptvorteil dürfte das geringere Gewicht sein, denn für eine Lastpunktverschiebung braucht es keinen riesigen Speicher. Toyota hat das über Jahrzehnte hinweg perfektioniert. Ziel ist nicht ein hoher elektrischer Streckenanteil, sondern ein möglichst geringer Benzinverbrauch. Dafür muss der Verbrennungsmotor wann immer es geht im Bereich seines besten Wirkungsgrades laufen. Was das bringt, hat unter anderem ein Corolla-Testwagen im Sommer 2019 unter Beweis gestellt. Bei behutsamer Fahrt waren Verbrauchswerte von deutlich unter vier Litern kein Problem. Auch das etwas längere SUV mit viel größerer Stirnfläche dürfte im Alltag mit weniger als 5 Litern auskommen. Toyota selbst nennt 3,3 bis 3,9 Liter, verweist allerdings darauf, dass der Corolla Cross noch nicht homologiert ist.

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Fortschritte gegenüber den anderen Corolla-Modellen gibt es auch beim Infotainment, und diese Aufrüstung war bitter nötig. Was Toyota dort offeriert, ist schlicht nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Deren Interessenten brauchen sich allerdings nicht zu grämen: Alles, was im Corolla Cross in den Bereichen Assistenz, Antrieb und Unterhaltungselektronik zu sehen ist, wird vermutlich binnen Jahresfrist mit der anstehenden Modellpflege auch im flachen Corolla nachgereicht. Damit rüstet Toyota alles nach, was bei der Konkurrenz zum Teil schon zu haben ist: Over-the-air-Updates, cloudbasierte Navigation, Online-Dienste für Verkehrs- und Zielinfos, eine dann hoffentlich tatsächlich nutzbare Sprachsteuerung. Android Auto und Apple Carplay gibt es schon, zumindest letzteres kann künftig ohne Kabel eingebunden werden.

Toyota Corolla Cross innen (7 Bilder)

Der Innenraum ist sachlich eingerichtet. Vielleicht findet sich ja noch jemand, der den Schaltern für die Sitzheizung eine ansprechende Form gibt.

Nachgerüstet hat Toyota auch den Bereich Assistenz. Neu ist unter anderem eine Beschleunigungsunterdrückung des Pre-Collision Systems, ein Kreuzungs- und Abbiegeassistent. Verbessert worden sein sollen Abstandstempomat, Spurhalteassistent und Verkehrszeichenerkennung. Da Toyota in diesen Bereichen bisher bestenfalls durchschnittlich gut war, sind Fortschritte vonnöten, um die Konkurrenz nicht zu weit enteilen zu lassen.

Diese darf sich auf einen ziemlich ernst zu nehmenden Mitspieler einstellen, der mit seinem sparsamen Hybrid all jene ansprechen wird, die sich mit einem batterieelektrischen Antrieb nicht anfreunden können. Da Toyota bei der äußeren Gestaltung auf Provokation verzichtet hat und die Preise vermutlich fair ausgestaltet, dürfte der Corolla Cross gute Chancen haben, sich im immer dichter besetzten SUV-Umfeld seinen Anteil zu sichern.

(mfz)