Vorstellung: VW Multivan T7

In den neuen Multivan hat VW reichlich Geld gesteckt. Erstaunlich ist vor allem die Entscheidung, ohne Dieselmotor zu starten.

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VW T7

(Bild: VW)

Von
  • Christoph M. Schwarzer
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Volkswagen stellt den Multivan T7 vor. Ein Ersatz für den allseits beliebten Bulli T6.1 ist der Neue aber nur teilweise: Die Nutzfahrzeugversion "Transporter" basiert weiterhin auf dem Vorgänger, der in seinen Grundfesten auf den T5 von 2003 zurückgeht. Außerdem baut Volkswagen in Hannover bereits die Produktionslinie für den batterieelektrischen ID.Buzz auf, dessen Premiere 2022 erwartet werden darf. Der Multivan T7 dagegen nutzt mit dem Modularen Querbaukasten (MQB) die Massenplattform des Konzerns. Er bietet die bekannten Antriebe vom TDI über den TSI bis zum Plug-in-Hybrid. Günstiger wird der VW T7 mutmaßlich nicht werden: Interessierte sollten mit über 40.000 Euro rechnen.

Der neue Multivan wirkt in seinen Proportionen ganz anders als der klassische Kastenwagen. Der verlängerte Vorderwagen, die um 4,7 cm auf 1,9 m geschrumpfte Höhe sowie die um 3,7 cm gewachsene Breite (jetzt: 1,94 m) lassen den T7 wie einen Van erscheinen. Optisch kommt hier eher ein zeitgemäßer Chrysler Voyager als eine fahrende Box auf die Straße.

Das Platzangebot profitiert vom um 12,4 cm auf 3,12 m verlängerten Radstand. Die kurze (4,97 m Gesamtlänge) und die lange Version (5,17 m) haben hier, anders als in der Vergangenheit, das gleiche Maß. Der hintere Überhang macht den Unterschied. Das Kofferraumvolumen liegt bei bis zu 469 Litern und kann auf maximal 4035 Liter erweitert werden.

VW T7 Interieur (5 Bilder)

Das Cockpit unterscheidet sich optisch von dem des T6.1, Bedienelemente aus dem VW Golf 8 sind erkennbar.

In der Standardbestuhlung hat der neue Multivan sieben Einzelsitze: zwei vorne, zwei in der mittleren und drei in der hinteren Reihe. Der Klapptisch ist weiterhin vorhanden, und die mittleren zwei Sitze (nach Diät nun je 29 kg) lassen sich um 180 Grad drehen. Volkswagen zeigt ausschließlich Versionen mit zwei Schiebetüren; ob diese Konfiguration dauerhaft zum Serienumfang gehört, ist unklar. Neu ist, dass die Portale mittels Fußgeste elektrisch geöffnet werden können. Volkswagen spricht von einem Multi Utility Vehicle, abgekürzt MUV.

Fahrer und Beifahrer schauen auf ein Armaturenbrett, in dem sich viele Elemente des VW Golf 8 (Test) wiederfinden. Trotzdem gibt es Neuerungen: So wird der Schalthebel beim Doppelkupplungsgetriebe durch jene Stummel ersetzt, die auch im Golf zu finden sind. Die Anzeigen sind digital, wobei sich Tachometer, Drehzahlmesser und mehr 10,25 Zoll teilen und das Mitteldisplay 10 Zoll Bildschirmdiagonale hat. Es ist den Nutzern des neuen Multivans zu wünschen, dass Volkswagen alle Steuergeräte mit einem Mindestmaß an Verlässlichkeit ausstatten wird. Das Desaster in dieser Hinsicht, das der Konzern in den ersten Ausgaben von Golf 8 und ID.3 abgeliefert hat, sollte sich nicht fortsetzen.

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Wie üblich bei Neuvorstellungen werden auch die Fahrassistenzsysteme auf den aktuellen Stand gebracht. Die unter dem Label "Volkswagen IQ-Drive" eingeführten Elemente werden auch im Multivan zu haben sein: Ein adaptiver Tempomat mit Spurführung bedeutet, dass der T7 nach Level 2 autonom fahren kann. Er kann ebenso bestellt werden wie Trailer Assist – eine echte Hilfe beim Rangieren mit Anhänger – oder ein Seitenwindassistent. Ebenfalls neu ist Area View, ein Rund-um-Kamerasystem, das beim Einparken mehr Präzision zulässt als die Piepser. Gerade wer den Transporter in der Stadt einsetzen will, sollte daran nicht sparen.

Bei den Motoren geht VW einen erstaunlichen Weg: Während beim T6.1 Diesel eingebaut waren, gibt es beim T7 zum Start zwei Benziner mit 100 und 150 kW Leistung. Nach dem Markstart des T7 in der zweiten Jahreshälfte wird erst 2022 ein TDI mit 110 kW nachgeschoben. Eine Antriebspolitik, die kaum verständlich ist, denn bei Fahrzeugen in dieser Größenordnung hat der Dieselmotor weiterhin die niedrigsten CO2-Emissionen und Kraftstoffkosten.