Warum Funkstörungen zum ernsten Problem werden – auch für den Rundfunk

Schaltnetzteile, Optimierer für Solaranlagen oder Schaltungen mit schnell getakteten Prozessoren stören immer öfter Radios und Geräte mit einer Funkverbindung.

Lesezeit: 7 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen

(Bild: Thomas Kuhlenbeck)

Von
Inhaltsverzeichnis

DCF-gesteuerte Uhren, UKW-Radios und DVB-T-Receiver empfangen ihre Signale von weit entfernten Sendern. Halbwegs modern eingerichtete Haushalte sind mit zahlreichen Geräten ausgestattet, die per WLAN, DECT oder Bluetooth munter durch die Gegend funken. Damit die Geräte sich gegenseitig nicht stören, gibt es Vorschriften zur elektromagnetischen Verträglichkeit, kurz EMV. Sie soll sicherstellen, dass alle Anwendungen koexistieren können. Das gelingt, indem man die Geräte unempfindlich gegen Signale macht, für die sie nicht ausgelegt sind, und gleichzeitig dafür sorgt, dass sie keine unerwünschten Signale aussenden.

Bei der Einführung von GSM-Handys gab es eine EMV-Überraschung: Viele Stereoanlagen und Fernseher begannen zu knattern, wenn auf einem Handy in der Nähe ein Anruf einging – bei der Konstruktion der TVs und Radios konnten die Hersteller ja nicht ahnen, dass ein starker 900-MHz-Sender in direkter Nähe mal zum Alltag gehören würde, und hatten deswegen die Immunität in diesem Bereich vernachlässigt. Die Flanken des mit 217 Pulsen pro Sekunde modulierten Signals wurden in den Geräten demoduliert und verstärkt. Das Knarzen hörte wieder auf, als die Hersteller die Radios und TVs nachbesserten und nach und nach alte Geräte durch neue ersetzt wurden. Heute passiert nichts mehr, wenn ein Anruf eingeht und die umliegenden Geräte auch nur halbwegs die gängigen Qualitätsstandards erfüllen.

Ähnliches geschah, als der Mobilfunkstandard LTE auf 800 MHz an den Start ging: Hier kam es zu gegenseitigen Störungen mit drahtlosen Mikrofonanlagen, beispielsweise in Theatern. Allerdings lag der Fall hier ein wenig anders, denn beide Funkanwendungen nutzten die gleiche Frequenz. Da der Mobilfunk fest und exklusiv zugewiesene Frequenzen nutzt, mussten die anderen Anwendungen umziehen, die den Bereich zuvor legal nutzten. Das ist nicht unüblich.

Immer mehr Wissen. Das digitale Abo für IT und Technik.

  • Zugriff auf alle Inhalte von heise+
  • exklusive Tests, Ratgeber & Hintergründe: unabhängig, kritisch fundiert
  • c't, iX, Technology Review, Mac & i, Make, c't Fotografie direkt im Browser lesen
  • einmal anmelden – auf allen Geräten lesen - monatlich kündbar
  • erster Monat gratis, danach monatlich 9,95 €
  • Wöchentlicher Newsletter mit persönlichen Leseempfehlungen des Chefredakteurs
GRATIS-Monat beginnen Jetzt GRATIS-Monat beginnen Mehr Informationen zu heise+