Was an den Spekulationen über eine Apple-Suchmaschine dran ist

Apple und Google konkurrieren in vielen Bereichen. Doch bei der Internet-Suche verbindet die beiden Wettbewerber ein goldener Deal. Das könnte sich nun ändern.

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Von
  • Christoph Dernbach
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Über diese üppig sprudelnde Umsatz-Quelle spricht Apple-Chef Tim Cook nur selten: Um im Safari-Browser auf dem iPhone und anderen Geräten mit dem Apfel-Logo ganz vorne dabei zu sein, zahlt Google seit 2007 jedes Jahr gewaltige Summen an Apple. Die exakte Zahl wird wie ein Betriebsgeheimnis gehütet. Es gibt aber belastbare Schätzungen von Analysten, die auch vom US-Justizministerium im aktuellen Kartellverfahren gegen Google verwendet werden. Danach spült der Suchmaschinen-Deal jedes Jahr zwischen acht und zwölf Milliarden US-Dollar in die Kasse des iPhone-Herstellers. Und da mit der Vereinbarung keinerlei zusätzliche Kosten für Apple verbunden sind, fließt dieser Umsatz quasi vollständig als Gewinn in die Apple-Bilanz.

Acht Milliarden Dollar entsprechen knapp 14 Prozent des Gewinns, den Apple im Geschäftsjahr 2020 erzielt hat (57,4 Milliarden US-Dollar). Geht man von dem höheren Schätzwert von zwölf Milliarden aus, würden die Google-Zahlungen sogar knapp 21 Prozent des Jahresgewinns von Apple ausmachen. In der Google-Bilanz nehmen die Schecks für Apple prozentual einen noch höheren Wert ein, da der Mutterkonzern Alphabet nur rund 34 Milliarden US-Dollar Jahresgewinn erwirtschaftet: Er läge bei rund einem Drittel.

Für die iPhone-Anwender bedeutet dieser Deal in der Praxis, dass ihr Smartphone ständig auf eine Google-Dienstleistung zugreift. Wenn sie einen Suchbegriff eingeben, werden sie automatisch mit Google-Suchergebnissen – und damit verbundener Werbung – gefüttert. Die Nutzer können zwar die Standardauswahl von Google in den Safari-Einstellungen auf Yahoo, Bing oder DuckDuckGo ändern. Erfahrungsgemäß rühren aber nur wenige diese Voreinstellungen an.

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