Wie der Solar Orbiter die Sonne vermessen will

Über die Vorgänge auf der Sonne weiß man wenig. Der Solar Orbiter soll helfen zu verstehen, wie etwa Sonnenwinde und katastrophale Magnetstürme entstehen.

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(Bild: ESA/ATG medialab)

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Noch ist die Sonne relativ ruhig. Noch. Sie ist am Tiefpunkt ihres rund elfjährigen Sonnenfleckenzyklus – es gibt kaum Magnetstürme, kaum Plasmawolken, die auf der Erde Schäden anrichten könnten. Doch die werden in den nächsten Jahren wieder zunehmen. Forschung ist nötig, um sich gegen die Folgen solarer Aktivität zu wappnen. Daher wird der Forschungssatellit Solar Orbiter Anfang Februar 2020 mit einer Atlas-V-411-Rakete von Cape Canaveral, Florida zur Sonne geschickt.

Die europäische Raumfahrtorganisation ESA hat das Projekt zusammen mit ihrem US-Pendant, der NASA, entwickelt. Die Mission soll bis zu zehn Jahre lang die Sonne von Nahem studieren, dabei hochaufgelöste Bilder schießen und Daten sammeln. Bereits im August 2018 hatte die NASA die Sonde "Parker Solar Probe" gestartet. Diese wird sich in einer Bahn mit sieben Venus-Vorbeiflügen immer mehr der Sonne annähern. Während ihrer drei letzten Umläufe wird sie sich der Sonne auf bis zu 6,2 Millionen Kilometer aufdrängen – so nahe wie noch kein menschengemachter Himmelskörper zuvor. Parker Solar Probe soll sogar ins koronale Plasma eintauchen.

Für die lange Reise zur rund 150 Millionen Kilometer entfernten Sonne benötigt der Satellit rund fünf Monate. Ab Juni wird Solar Orbiter mit insgesamt zehn Instrumenten die Bedingungen vermessen können, denen der Satellit in unterschiedlichen Entfernungen zur Sonne ausgesetzt ist. Erfasst werden beispielsweise die Partikelstrahlung, das Magnetfeld um die Sonde herum sowie das optische Spektrum.

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