Wie ein kaputtes Navi unsere Messreihen verändert hat

Die Testroutinen für Hardware und Software werden bei c't laufend angepasst. Manchmal führt nur ein dummer Zufall zu einer Erweiterung des Testparcours.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 1 Beitrag
Von
  • Ulrike Kuhlmann

Alles, was von c't getestet wird, durchläuft diverse Stationen. Hardware landet sehr oft bei unseren technischen Assistenten, die die Geräte anhand festgelegter Routinen mit kalibriertem Messequipment quälen. Dabei fahren die Kollegen die Testprogramme keineswegs stumpf ab, sondern notieren alles, was ihnen im Laufe der Messungen auffällt. Auf diese Weise haben sie sehr viel Erfahrung gesammelt und wissen manchmal schon beim bloßen Anblick einer Hardware, was schiefgehen könnte.

Als technisch interessierte Nutzer untersuchen sie natürlich nicht nur beruflich Geräte, sondern prüfen auch ihr privates Equipment auf Herz und Nieren. So auch mein Kollege Wolfram Tege, der sich fürs Auto einen USB-Ladeadapter besorgt hatte. Der Adapter sollte auf Reisen das Smartphone und ein Navigationsgerät über den Zigarettenanzünder mit Strom versorgen. Also kaufte er einen kleinen Doppellader, genauer das Magichome Auto Ladegerät, ein Dual-Charger mit Qualcomms Schnelladefunktion QC 3.0.

Der Dual-Lader fürs Auto lädt angeschlossene Geräte stets mit derselben Spannung, da die beiden USB-Buchsen parallel geschaltet sind. Das kann böse enden.

Dummerweise zerschoss der Adapter das Navi, als er die beiden Mobilgeräte gleichzeitig laden sollte. Wolfram stellte den Fehler im c't-Labor nach und schlussfolgerte, dass die beiden USB-Buchsen des Ladeadapters parallel geschaltet sind. Wenn dann an einer USB-Buchse ein QC3-fähiges Gerät eine höhere Spannung aushandelt, erhöht sich auch die Spannung der anderen Buchse – was zu Fehlfunktion oder eben zur Zerstörung der angeschlossenen Geräte führen kann. Der Hersteller des Adapters erstattete den Kaufpreis.

Zwar blieb Wolfram auf seinem kaputten Navi sitzen, er setzte seine Erkenntnisse aber gleich gewinnbringend für c't ein: Er erweiterte die Testroutinen für Powerbanks um eine Prüfung, wie die Ausgangsbuchsen sich bei unterschiedlichen Spannungsanforderungen verhalten. Im Ergebnis sollte entweder jede Buchse separat geregelt sein oder sich die zweite Buchse bei Anforderung einer Spannung mit mehr als 5V automatisch abschalten. Dann können NutzerInnen der von uns getesteten Powerbanks nicht in die gleiche Falle geraten wie Wolfram. (uk)