Wie sich Kartenhersteller aufs autonome Fahren vorbereiten

Für autonomes Fahren müssen Navi-Karten besser werden. Mit Hilfe von KI sollen Datenquellen und Sensoren prüfen, ob die Karte stimmt und sie aktualisieren.

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(Bild: Rudolf A. Blaha)

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Damit sich autonome Autos sicher fortbewegen können, benötigen sie eine Vielzahl an verschiedenen, in Echtzeit aktualisierten Daten – also weitaus mehr, als einfache Navis derzeit liefern. Die Kartenhersteller TomTom, Here sowie Waymo und einige andere haben noch viel Arbeit vor sich, Autos der Zukunft mit mehr Daten fürs Selbstfahren zu versorgen.

Damit man versteht, warum das so ist, sollte man einen Schritt zurückgehen: Bislang dienen Navi-Karten dem Menschen, der sie auswertet und entsprechend handelt. Straßen sind darin nicht maßstäblich gezeichnet, sondern viel breiter, weil man sie sonst schlecht sehen könnte. Verkehrszeichen fehlen, weil man davon ausgeht, dass der menschliche Lenk-, Gas- und Bremsknecht sie selbst erkennt. Dem herkömmlichen Navi reicht ein stark ausgekämmtes Netz mit wenigen Informationen, um daraus die zeitsparendste oder kürzeste Verbindung von A nach B zu berechnen. Daten, die über das nackte digitale Abbild von Straßen hinausgehen, verwendet ein Navi eher als Beigabe. Bestenfalls berechnet es mit historisch aggregierten, teils auch per Mobilfunk aktualisierten Verkehrsflussdaten Umleitungen und die zurzeit schnellste Verbindung.

Für das autonome Fahren ab Autonomiestufe 3, ab der ein Fahrzeug dem Menschen bestimmte Aufgaben wie Spurwechsel abnimmt, benötigen Autos ein präziseres Abbild ihrer Umgebung. Sie müssen beispielsweise zentimetergenau wissen, wie breit der Manövrierraum der Straße ist. Eine herkömmliche Navi-Karte mit ihrer Datengrundlage von etwa sieben Meter Auflösung reicht dazu nicht aus. Karten fürs autonome Fahren benötigen auch eine bessere Abdeckung insgesamt, etwa für Parkhäuser, bei denen das Auto auch den Weg zu bestimmten Parkdecks selbstständig anfahren soll. Doch nicht nur an der Abdeckung und an der Genauigkeit haperts noch bei herkömmlichen Karten.

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