WirVsVirus: Beatmungsgerät im Eigenbau

Helfer gesucht: Maker entwickeln seit dem #WirVsVirus-Hackathon ein Beatmungsgerät, das man mit einfachen Mitteln nachbauen können soll.

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Wie kann man mit einfachen Mitteln ein Beatmungsgerät bauen? Das versucht derzeit eine Gruppe von Makern rund um Guido Burger herauszufinden. Angesichts der COVID-19 Pandemie werden medizinische Produkt wie Masken, Schutzkleidung, Beatmungsmaschinen und passendes Zubehör in hohen Stückzahlen benötigt. Zur Zeit fehlt es vor allem an Beatmungsgeräten. Warum nicht medizinische Geräte mithilfe von 3D-Druckern herstellen?

“Wir haben uns über den #WirVsVirus Hackathon der Bundesregierung am letzten Wochenende zum Thema “DIY-Beatmungsgerät” gefunden. Das Team besteht aus Fachleuten verschiedener Richtungen, wie Rettungswesen, Medizintechnik, Makern*innen, Programmierern*innen, Grafikdesignern*innen und aus Studierenden. Alle haben das Ziel, mit der Entwicklung eines Beatmungsgeräts Menschen in Not zu helfen”, erklärt Benedikt Schmitt, der auch Teil des Teams ist. Über 40.000 Teilnehmende haben während des Hackathons in 48 Stunden an über 1.500 Projekten gegen den COVID-19 Virus in Teams gearbeitet.

“Jeder im Team DIY-Beatmungsgerät hat sich mit viel Leidenschaft dafür eingesetzt, das Unmachbare machbar zu machen – das ist Maker-Spirit pur!”, so Schmitt weiter. Auch für die Maker Community sei so ein Projekt wichtig – stünde man doch oft im Verdacht, zwar schöne, aber letztlich unnütze Dinge herzustellen. Wichtig sei den Makern in der Gruppe, dass verantwortungsvoll und bedacht mit ihren Konstruktionen umgegangen werde. “Wenn diese Produkte zum Einsatz kommen, dann nur unter fachgerechter Aufsicht mit Training und in einem entsprechendem Umfeld. Man sollte damit nicht zuhause alleine experimentieren!”, so Gerlinde Michel.

Videokurs: Blender für Maker

Im Make-Videokurs zeigt der bekannte Buchautor und Blender-Tutor Carsten Wartmann anhand verschiedener kleiner Maker-Projekte, wie man das Open-Source-3D-Softwarepaket Blender fürs Konstruieren eigener Werkstücke – etwa für den 3D-Druck – produktiv nutzen kann.

Nach intensiven Gesprächen mit Experten aus der Medizintechnik und dem Rettungsdienst definierte das Team ihr DIY-Beatmungsgerät: Wir versuchen, aus im Handel gut verfügbaren Teilen und einer vom Team weiterentwickelten Mechanik zur automatischen Kompression des Beutels – auf der Basis des Projektes Open Source Ventilator (OSV) – sowie einer einfachen Sensorik und einer Zeit/Volumen Steuerung zur Atmungsunterstützung ein Gerät zur Beatmung zu konstruieren. Die nötigen Teile sind zum Beispiel Beatmungsmasken und ein manueller Beatmungsbeutel (sogenannte Ambu-Beutel). Eine Abdeckung soll zur verbesserten Sauberkeit und Sicherheit dienen.

Blockschaltbild

(Bild: Bastian Neumann)