Woran LiMux scheiterte und was wir daraus lernen können

München galt als leuchtendes Beispiel für dem Einsatz von Open-Source-Software in Behörden. Doch dann kehrte man zu Microsoft zurück. Was lässt sich lernen?

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(Bild: Nagy / Presseamt München)

Von
  • Christian Wölbert
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Unabhängigkeit von Microsoft, war da nicht was? Stimmt: In den vergangenen 20 Jahren stiegen mehrere deutsche Kommunen und Behörden auf Open-Source-Software um. Besonders lehrreich ist die Geschichte des Münchner LiMux-Projekts. Es war gemessen an der Zahl der PCs das größte Vorhaben und ist am besten dokumentiert. Zahlreiche Autoren haben es beschrieben und sich mit der Frage befasst, warum die Stadt in Microsofts Schoß zurückkehrte.

Zunächst zur Historie: Anfang der 2000er-Jahre ärgerte Münchens Bürgermeister Christian Ude (SPD) sich "maßlos" über das von Microsoft angekündigte Support-Ende für Windows NT 4.0 und den damit verbundenen Umstiegszwang auf das Nachfolgeprodukt. "Sie haben uns als Kunde mit einer fünfstelligen Zahl von Geräten einfach vor die Alternative gesetzt ‚Friss oder stirb!‘", sagte Ude später dem Linux-Magazin. Ihm sei es aber nicht nur um finanzielle Fragen gegangen, auch um Datensicherheit und die "methodische Abhängigkeit von einem Anbieter".

Digitale Souveränität

Ude entschied, zu Linux zu wechseln, was weltweit für Schlagzeilen sorgte und Microsoft alarmierte. Laut Ude unterbrach CEO Steve Ballmer seinen Skiurlaub in der Schweiz, um in München persönlich Extra-Rabatte anzubieten. Und Gründer Bill Gates habe gefragt: "Warum machen Sie das? Das ist doch widersinnig!" Der OB blieb hart. 2003 beschloss der Stadtrat auf seinen Antrag hin den Wechsel zu Linux.

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