Worldcoin: Tausche Kryptowährung gegen Augen-Scan

Das Start-up Worldcoin will nicht weniger als ein gerechtes universelles Grundeinkommen schaffen, das auf einer Kryptowährung beruht. Wie funktioniert das?

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Die eigene Iris soll nach den Vorstellungen von Worldcoin zur Eintrittskarte ins Web3 werden. , IStock

Die eigene Iris soll nach den Vorstellungen von Worldcoin zur Eintrittskarte ins Web3 werden.

(Bild: IStock)

Von
  • Eileen Guo
  • Adi Renaldi
Inhaltsverzeichnis

Eines sonnigen Morgens im vergangenen Dezember wurde Iyus Ruswandi früh von seiner Mutter geweckt. Ein Technologieunternehmen veranstaltete eine Art "Sozialhilfeaktion", sagte sie und drängte ihn, hinzugehen.

Ruswandi, ein 35-jähriger Möbelbauer aus dem indonesischen Dorf Gunungguruh, reihte sich in eine lange Schlange ein. Sie bestand hauptsächlich aus Frauen, die zum Teil schon seit sechs Uhr morgens warteten. Am Ende der Schlange registrierten Vertreter von Worldcoin Indonesia ihre Mail-Adressen und Telefonnummern und scannten ihre Augen mit einer futuristischen Metallkugel. Auch Dorfbeamte waren vor Ort und verteilten nummerierte Tickets, um für Ordnung zu sorgen. Ruswandi fragte einen Vertreter von Worldcoin, um welche Art von Wohltätigkeit es sich handelte, erfuhr aber nichts Genaueres.

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Auch in zwei Dutzend weiterer Länder tauchten Worldcoin-Vertreter auf. An Unis, U-Bahn-Stationen, Märkten und Einkaufszentren sammelten sie biometrische Daten im Tausch gegen Bargeld, Apple Airpods oder das Versprechen künftigen Reichtums. Sie verrieten jedoch kaum etwas über ihre wahren Absichten.