Zahlen, bitte! Vier Raumschiffe und ein Pilot –NASA-Urgestein John W. Young

John Watts Young war ein Astronaut der Superlative: Nicht weniger als vier verschiedene Raumfahrzeuge hat er in sechs Weltraummissionen gesteuert.

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Von
  • Markus Will
Inhaltsverzeichnis

In dieser Woche vor 50 Jahren landete Apollo 16 auf dem Mond. Der Kommandant dieser Weltraummission war John Young, der eine einzigartige Astronautenkarriere erreichte und als einziger Mensch vier verschiedene Raumfahrzeuge steuerte. Aus aktuellem Anlass und zur Erinnerung an ihn und an Apollo 16 haben wir uns erlaubt, eine ältere Ausgabe unserer Reihe als Zahlen, bitte! Classics neu zu vertonen.

Die Karriere des NASA-Astronauten John Watts Young ist beispiellos: Nicht nur, dass er ein erfolgreicher Testpilot mit tausenden von Flugstunden in verschiedensten Flugzeugen und Helikoptern war. Vor allem seine Bilanz als Astronaut ist bemerkenswert: Er war sechsmal im All und das in drei verschiedenen Weltraumprogrammen. Er war auf dem Mond und Kommandant der ersten Space-Shuttle-Mission. Und er steuerte als einziger Mensch überhaupt vier verschiedene Raumfahrzeuge.

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Geboren wurde John Young am 24. September 1930 in San Francisco als Sohn eines Ingenieurs. In Zeiten der großen Depression zog die Familie zunächst weiter nach Georgia und dann nach Florida. Der kleine John bekam vom Opa das Lesen beigebracht und interessierte sich seit frühester Kindheit für die Luftfahrt. Dieses Interesse wuchs in ihm immer weiter und führte Young in ein Studium der Luftfahrtechnik im Georgia Institute of Technology. Darin erwarb er 1952 einen Bachelor of Science mit höchster Auszeichnung. Direkt mit dem Studium in der Tasche begann er bei der Navy seinen Militärdienst.

John Watts Young kurz vor seiner ersten Weltraummission mit Gemini 3 im Jahr 1963.

(Bild: NASA)

Zahlen, bitte!

In dieser Rubrik stellen wir immer dienstags verblüffende, beeindruckende, informative und witzige Zahlen aus den Bereichen IT, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik und natürlich der Mathematik vor.

Er diente dabei während des Koreakrieges auf der USS LAWS als Feuerleitoffizier. Im Juni 1953 wurde er im Naval Basic Air Training Command in Pensacola (Florida) zum Piloten ausgebildet. Allerdings wäre es beinahe nichts mit seiner Karriere als Pilot geworden wäre, aufgrund seines technischen Hintergrunds. Young sagte einmal: "Ich hätte mich fast dagegen entschieden, Pilot zu werden, weil man sich als erfahrener Ingenieur über den geringen Sicherheitsfaktor wundern muss."

Nach seiner Ausbildung zum Piloten diente er 1955–1959 auf den Flugzeugträgern USS Coral Sea und USS Forresta, auf denen er unter anderem Flugzeuge vom Typ F9 Cougar flog und bereits mit hervorragenden Flugleistungen auf sich aufmerksam machte. Daraufhin begann er ab 1959 als U.S. Naval Test Pilot der School at Patuxent River (Maryland) und flog Neben der Vought F8-D auch die McDonnell F4 Phantom II inklusive neuartiger Waffensysteme.

Zahlen, bitte! Die Weltraumflüge des John W. Young (22 Bilder)

Gemini 3
23. März 1965
Flugzeit: 4 Stunden, 52 Minuten

Seinen trockenen Humor behielt er auch, nachdem bei einem Test es fast zu einer Kollision gekommen wäre. Beim Test von Luft-zu-Luft-Raketensystemen flog Youngs und ein anderes Kampfflugzeug jeweils mit Mach 3 extrem eng aneinander vorbei und beide hätten dabei fast einen schweren Flugunfall riskiert. Young meinte dazu nur: "Ich erhielt vom Chief of Naval Operations [Anm. d. Red.: ranghöchster Offizier und Admiralstabschef der US Navy] ein Telegramm, in dem er mich bat, das nie wieder zu tun."