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iX Magazin

40 Jahre Unix [Update]

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In der Zeitrechnung der IT gelten 40 Jahre schon als Äonen. Auf eine solch lange Geschichte kann das Betriebssystem Unix – oder aus heutiger Sicht die Betriebssystemfamilie der Unices – zurückblicken. Die Initialzündung leistete AT&T 1969 als man entschied, die bislang am MIT-Gemeinschaftsprojekt Multics arbeitenden Bell-Labs-Mitarbeiter wegen Zweifeln an der Realisierbarkeit des Projekts zurückzuziehen. Zu diesen gehörten unter anderem Ken Thompson und Dennis Ritchie. Ersterer hält aber an der Idee eines Multi-User-Systems als Arbeitsumgebung fest und nutzt im August 1969 die urlaubsbedingte Abwesenheit seiner Familie, um in je einer Woche Assembler, Betriebssystem, Editor und Shell per Lochkarten auf eine PDP-7 zu übertragen.

1970 zieht das zu der Zeit Unics genannte System auf eine PDP-11 um, ein Jahr später ist das Unix Time-Sharing System First Edition (V1) fertig. Eine der weitreichendsten Änderungen erfuhr Unix allerdings erst 1973: Dennis Ritchie und Ken Thompson schrieben das Betriebssystem in der Sprache C komplett neu und öffneten damit dem Weg für Portierungen auf andere Hardwareplattformen. 25 Jahre später ehrte der damalige US-Präsident Clinton die Arbeit der beiden, indem er ihnen mit der "National Medal of Technology" die höchste staatliche Auszeichnung verlieh.

Heute deckt die Familie der "unixoiden" Betriebssysteme vom Embedded-System bis hin zum Supercomputer fast das gesamte IT-Gerätespektrum ab. Éric Lévénez hat die Abhängigkeiten und Verwandtschaften von rund 150 Unix-Derivaten und -Dialekten analysiert und grafisch in seiner Unix-History aufbereitet.

Ein ausführlicherer Artikel über den Werdegang von Unix und die sich daraus ergebenden Entwicklungen findet sich in der aktuellen Ausgabe 8/2009 der iX am Zeitschriftenkiosk.

[Update]

Inzwischen ist der Jubiläumsartikel auch online verfügbar (avr)