Intel kauft israelischen KI-Chiphersteller Habana Labs für 2 Milliarden US-Dollar

Intel stärkt mit der Übernahme von Habana Labs sein AI-Chip-Portfolio. Der israelische Hersteller ist dem Unternehmen zwei Milliarden US-Dollar wert.

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AI-Hardware fürs Rechenzentrum: Intel übernimmt Habana Labs
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Von
  • Robert Lippert, Mark Mantel

Intel hat für knapp zwei Milliarden US-Dollar den israelischen Chiphersteller Habana Labs übernommen. Zuvor war Intel bereits als Investor an dem Unternehmen beteiligt.

Habana bietet mit seiner Goya-Plattform auf maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz spezialisierte Prozessoren für den Einsatz in Rechenzentren an, die gängige Frameworks wie TensorFlow, PyTorch oder das Microsoft Cognitive Toolkit unterstützen. Speziell die Gaudi-AI-Training-Chips des Herstellers sollen einen bis zu vierfach höheren Durchsatz im Vergleich zu GPU-betriebenen Set-ups liefern, wovon Intel sich gerade bei großen Kunden einen Nutzen verspricht.

Seinen Betrieb wird Habana unter dem Dach von Intel zunächst als unabhängige Geschäftseinheit mit dem bestehenden Management fortsetzen; die Entwicklung der Sparte möchte Intel mit zusätzlichen Ressourcen vorantreiben, wie aus der Ankündigung der Übernahme hervorgeht. Intel will mit Habana sein Portfolio an AI-Chipsätzen stärken, das Marktvolumen dafür sieht das Unternehmen bis zum Jahr 2024 auf 25 Milliarden US-Dollar anwachsen. Allein in 2019 habe Intel im Bereich künstlicher Intelligenz mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar Gewinn gemacht.

Habana Labs ist in Israel ansässig, wo Intel bereits rund 13.000 Mitarbeiter beschäftigt, darunter ein großes CPU-Designteam. Habana Labs ist Intels Data Platforms Group unterstellt, soll aber ein eigenständiges Tochterunternehmen bleiben.

Mit 2 Milliarden US-Dollar ist Habana Labs Intels drittteuerste Übernahme. 2015 ließ sich Intel den FPGA-Riesen Altera 16,7 Milliarden US-Dollar kosten, für den Spezialisten autonomer Autos Mobileye blätterte Intel 2017 15,3 Milliarden US-Dollar hin.

Im Bereich Künstlicher Intelligenz verleibte sich Intel 2016 bereits das Start-up Nervana für 350 Millionen US-Dollar ein. Nervana bietet den Trainings-Beschleuniger NNP-T1000 alias Spring Crest und das Inferencing-Modell NNP-I1000 alias Spring Hill an.

Habana Labs' Trainings-Prozessor Gaudi HL-2000 soll sich unter anderem durch die zehn integrierten 100-Gigabit-Ethernet-Ports abgrenzen. Sieben davon dienen zur Kommunikation mehrerer solcher Prozessoren untereinander, drei weitere zur Kopplung externer (CPU-)Nodes. Alle Ethernet-Ports unterstützen direkte Speicherzugriffe (RDMA over Converged Ethernet; RoCE). (fo)