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ARM-Server-Pionier Calxeda streicht die Segel

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HP Project Redstone: Vorläufer des ProLiant Moonshot, noch mit Calxeda ECX-1000

(Bild: HP)

Rückschlag für die aufkeimende ARM-Server-Technik: Einem der Pioniere, der 2008 als Smooth-Stone in Austin gegründeten Firma Calxeda, ist das Geld ausgegangen. Laut Meldungen unter anderem des Austin Business Journal, von All Things D und Venture Beat wurden die rund 130 Mitarbeiter am Donnerstag über die Umstrukturierung informiert, also wohl größtenteils entlassen. Laut Karl Freund, dem rührigen Marketingchef von Calxeda, der auch die Seite armservers.com ins Leben gerufen hat, soll der erst vor wenigen Monaten vorgestellte EnergyCore ECX-2000 mit Cortex-A15 weiterhin lieferbar bleiben.

Zusammengerechnet hat Calxeda über 90 Millionen US-Dollar an Risikokapital verbraucht, das nun wohl aufgezehrt ist. Zu den Investoren gehören ARM selbst, die arabische Mutterfirma des Auftragsfertigers Globalfoundries und Vulcan Capital des Microsoft-Mitgründers Paul Allen. Der für das Open Compute Project (OCP) verantwortliche Facebook-Manager Frank Frankovsky sitzt im Board of Directors von Calxeda. Das Unternehmen arbeitete auch bei dem Projekt Linaro mit, welches die Software für ARM-Systeme verbessern soll.

Calxeda EnergyCore ECX-2000: Vier Cortex-A15 plus zahlreiche Schnittstellen, aber eben nur ein 32-Bitter.

(Bild: Calxeda)

Die Probleme bei Calxeda zeigen, wie riskant und schwierig der Weg zu Servern mit ARM-SoCs ist. Während Apple bereits Smartphones mit 64-Bit-ARM-SoCs in Millionenstückzahlen liefert, haben es die Server-SoC-Entwickler wie AMD, Applied Micro, Qualcomm, Samsung, Marvell, Cavium oder LSI bisher nicht geschafft. Anders als versprochen liefert HP das Mikroserver-System ProLiant Moonshot weiter nur mit Intel-Atom-Prozessoren aus, die zwar nicht sonderlich schnell rechnen, aber 64-Bit-Betriebssystem von der Stange booten können. Die AMD-Tochter SeaMicro scheint ebenfalls noch weit vom ARM-Einsatz entfernt, der bereits vor drei Jahren angekündigt wurde. Der scheidende ARM-CEO Warren East hatte allerdings stets betont, dass ARM-Server erst ab 2014 in nennenswerten Stückzahlen verkauft würden.

Nach Einschätzung der Firma Cadence, die Tools zur Chipentwicklung liefert, kann der Entwurf eines SoC mehr als 40 Millionen US-Dollar verschlingen: Es geht um weit mehr, um ein paar Standard-Funktionsblöcke zu kombinieren. Für kleinere Firmen ist es angesichts dieser enormen Kosten sehr schwer, einen lukrativen Markt zu erobern. Das deutet darauf hin, dass es – ähnlich wie bei den Smartphone-SoCs – auch bei den Server-SoCs rasch zu einer Konzentration des Marktes auf wenige große Hersteller kommen könnte. Trotzdem dürften lukrative Nischen bleiben, vor allem für Netzwerk- und Storage-Geräte. (ciw)